Konflikte in der Partnerschaft

Eine Partnerschaft bedeutet immer, sich auf einen anderen Menschen einzulassen, Kompromisse zu schließen und Probleme zu überwinden. Streit gehört zu jeder Beziehung, ebenso wie die Versöhnung danach. Wir erklären, wie Sie mit Konflikten am besten umgehen ...

Eine Partnerschaft bedeutet immer, sich auf einen anderen Menschen einzulassen, Kompromisse zu schließen und Probleme zu überwinden. Streit gehört zu jeder Beziehung dazu, ebenso wie die Versöhnung danach. Wir erklären Ihnen, wie Sie mit Konflikten am besten umgehen und diese überwinden.

Neue Liebe, neues Glück. Am Anfang einer Partnerschaft fühlt sich jeder leicht und unbeschwert, alles scheint perfekt – viel besser natürlich als in der letzten Beziehung. Dann kommt früher oder später das „böse“ Erwachen, die ersten Uneinigkeiten, der erste Streit und man wird auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Von Wolke 7 zurück in die Realität

Auch in der neuen Beziehung ist nicht alles perfekt, auch hier muss man sich mit Konflikten und Problemen auseinandersetzen. Doch das ist nicht schlimm, gehört zu jeder guten Beziehung dazu und kann Sie und Ihren Partner letztendlich noch näher zusammenbringen.

Mit Konflikten umgehen

Streit in der Partnerschaft ist immer ein heikles Thema, doch überwundene Probleme können eine Beziehung auch bereichern. Wie Sie am besten mit Konflikten umgehen, erfahren Sie in unseren 6 Tipps.

1. Sprechen Sie echte Probleme sofort an

Oft möchte man die gute Atmosphäre nicht wegen irgendwelcher Probleme zerstören. Man frisst die Dinge in sich hinein, schweigt und ärgert sich im Stillen. Doch irgendwann ist es dann zu viel, das Fass läuft über und der Streit wird umso heftiger. Sprechen Sie Ihre Probleme lieber sofort an und vermeiden Sie eine Aussprache nicht. Schließlich stört Sie diese Sache ja und eine Beziehung auf Grundlage von Problemen zu führen, macht wenig Sinn.

2. Machen Sie aus einer Mücke keinen Elefanten

Geht es nur um eine einmalige Kleinigkeit, ist es manchmal sogar sinnvoll, seinen Ärger hinunterzuschlucken und abzuwarten. Passiert so etwas dann häufiger, kann man es immer noch ansprechen. Und wichtig: Übertreiben Sie nicht. In seiner Wut neigt man oft dazu, Tatsachen zu überspitzen und sie schlimmer darzustellen, als sie tatsächlich sind. Auf der einen Seite, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken, auf der anderen Seite, um den Streit irgendwie zu rechtfertigen.

3. Betrachten Sie beide Seiten der Medaille

Sie reden sich in Rage, verteidigen Ihren Standpunkt und lassen Ihren Partner gar nicht erst zu Wort kommen? Ein Verhalten, das auf die meisten Personen zutrifft, aber letztendlich nicht zur Lösung des Konflikts beiträgt. Auch wenn es schwerfällt, lassen Sie Ihr Gegenüber zu Wort kommen und geben Sie ihm die Möglichkeit, seinen Standpunkt zu vertreten. Betrachten Sie auch seine Argumente und fragen Sie sich objektiv: „Könnte er nicht doch recht haben?“

4. Fairplay

Zu einem echten Streit gehören immer zwei Parteien. Wenn Sie also etwas bei Ihrem Partner stört, sagen Sie es ehrlich. Im Gegenzug dazu müssen auch Sie lernen, mit Kritik umzugehen, sich Fehler eingestehen und zugeben, wenn Sie falsch liegen. Das fällt oftmals schwer, gerade dann, wenn man sich bereits in Rage geredet, seinen Standpunkt verteidigt hat und dann feststellt, dass man eigentlich im Unrecht ist. Doch überwinden Sie sich, geben Sie Ihr Fehlverhalten offen zu und Sie werden sehen, Ihr Partner wird daraus lernen und es irgendwann genauso machen.

5. Vergangen ist vergangen

Oft kommen bei einem Streit alte Erinnerungen wieder hoch. Vergangenes Fehlverhalten, das Sie noch immer nicht überwunden haben, auch wenn die Sache eigentlich bereits geklärt ist. Versuchen Sie, keine alten Fehler aufzuwärmen, denn bei der Lösung des ursprünglichen Problems hilft dies meist nicht weiter. Damit reißen Sie nur alte Wunden auf, Ihr Gegenüber reagiert darauf meist mit Trotz und blockt noch mehr ab – verständlicherweise.

6. Kompromisse eingehen und Toleranz zeigen

„Wenn du jede Woche mit deinen Freundinnen ins Zumba gehst, kann ich mich mit meinen Kumpels auch zum Kickerabend treffen.“ „Du bringst regelmäßig den Müll raus, dafür wasche ich die Wäsche.“ Gleichberechtigung in jeglicher Hinsicht ist gar nicht so einfach umzusetzen. Egal worüber Sie sich streiten, suchen Sie immer nach einer Lösung des Problems und vermeiden Sie, dass ein Konflikt einfach im Sand verläuft. Dazu müssen beide Partner Kompromisse eingehen, die Ansichten des anderen tolerieren und aufeinander zu gehen.

Versöhnungssex

Viele Paare schwören auf den sagenumwobenen Versöhnungssex. Er ist besonders emotionsgeladen, wir sind hemmungslos und können meist richtig abschalten. Warum der Frust oft zur Lust wird, ist sogar wissenschaftlich bewiesen: Denn auch beim Streit wird das Sexualhormon Testosteron ausgeschüttet, wie der Psychologe Seth Meyers herausfand. Wichtig ist nur, dass durch den Sex der Streit nicht unter den Teppich gekehrt wird, denn der kurzzeitige Glückszustand löst keinesfalls die Ursache des Konflikts.

Sehen Sie es positiv

Streit in einer Partnerschaft ist nichts Negatives, ganz im Gegenteil. Er zeigt, dass Sie ehrlich zueinander sind, dass Sie an Ihrer Beziehung arbeiten und Sie selbst sein möchten. Beim Streiten lernen Sie eine andere Seite Ihres Partners kennen, Sie erfahren mehr über seine Ansichten und Bedürfnisse und Sie lernen Dinge dazu, die Sie wiederum im gemeinsamen Alltagsleben anwenden können. Ein gelöster Konflikt kann Sie und Ihren Partner näher zusammenbringen, nicht nur (wie oben erwähnt) auf körperlicher Ebene, sondern auch aus geistiger und emotionaler Sicht.

Mit kleinen Gesten Zuneigung zeigen

Der Streit ist vorbei, der Konflikt beseitigt und das Leben geht wie gewohnt weiter. Auch wenn Sie sich bereits für Ihr Fehlverhalten entschuldigt haben und alles verziehen ist, freut sich Ihr Partner immer über eine Geste der Zuneigung. Eine Rose, eine Schachtel der Lieblingspralinen, ein selbstgekochtes Dinner oder aufregende Dessous: Überraschen Sie mit einer Kleinigkeit und zeigen Sie, dass Ihnen etwas an Ihrer Beziehung liegt. Dabei geht es nicht darum, den Kopf einzuziehen, Verzeihen zu erkaufen oder ähnliches, sondern einfach um einen kleinen Liebesbeweis zwischendurch.

(1) AndreyPopov/iStock/Thinkstock