Kann Mann mit Frau nur befreundet sein?

Kaum von Ehefrau Demi Moore getrennt, soll Ashton Kutcher bereits mit einer anderen Frau anbandeln. Kutcher beteuert: "Wir sind nur gute Freunde". Doch kann eine platonische Freundschaft zwischen Mann und Frau überhaupt funktionieren?

„Wir sind nur gute Freunde.“ Besonders frisch getrennte Promis bedienen sich gerne dieser Aussage, wenn sie von fleißigen Paparazzi mit einem neuen potenziellen Partner beim zweideutigen Beisammensein abgelichtet wurden. Jüngstes Beispiel: Ashton Kutcher. Gerade erst von Ehefrau Demi Moore getrennt, wird ihm bereits eine amouröse Beziehung zu Regisseurin und Drehbuchautorin Lorene Scafaria nachgesagt …

Ob es sich beim „Two and a Half Men“-Star und seiner attraktiven „guten Freundin“ tatsächlich nur um eine platonische Beziehung handelt, das werden die Zeit und die nächsten Promi-News zeigen. Wir fragen uns: Kann eine platonische Freundschaft zwischen Frau und Mann überhaupt funktionieren?

Platonisch? Können Frauen besser

Gibt es das? Eine rein freundschaftliche Beziehung zwischen Mann und Frau? Die einen schwören darauf, die anderen glauben nicht, dass es funktioniert. Schon Billy Chrystal alias Harry Burns kommt in der Komödie „Harry und Sally“ zu dem Schluss: „Männer und Frauen können nie Freunde sein. Der Sex kommt ihnen immer wieder dazwischen.“ Dass er damit nicht ganz Unrecht hat, belegt das Ergebnis einer Umfrage: In dieser gaben ein Viertel der befragten Männer zu, für ihre beste Freundin mehr zu empfinden als nur freundschaftliche Gefühle. Bei den Frauen sieht es da ein wenig anders aus: Hier gaben lediglich elf Prozent der Befragten an, ihren besten Freund anziehend zu finden. Das Beziehungsmodell „Platonische Freundschaft“ scheinen Frauen also einfacher handhaben zu können als Männer. Wohl auch deshalb, weil sie grundsätzlich einen Unterschied zwischen potentiellem Partner und platonischem Freund machen: So bezeichnen Frauen ihren besten Freund nur selten als attraktiv. Die meisten Männer dagegen finden ihre platonische Freundin anziehend und laufen somit eher Gefahr, in Versuchung zu geraten.

Für eine platonische Freundschaft sprechen viele gute Gründe

Eine tiefe seelische Zuneigung, ohne gleichzeitiges körperliches Verlangen zwischen zwei Menschen – so beschrieb Plato, seines Zeichens griechischer Philosoph und Namensgeber der platonischen Beziehung, die Freundschaft zwischen Mann und Frau. Unumstritten ist die Tatsache, dass sowohl Männer als auch Frauen von einer freundschaftlichen Beziehung zum anderen Geschlecht profitieren. So suchen Männer in ihren Frauen-Freundschaften Nähe und die Möglichkeit, auch mal Schwäche zeigen zu können. Frauen dagegen finden in ihren Männer-Freundschaften vorrangig Zuspruch und Schutz. Darüber hinaus schätzen es beide Seiten, bei verschiedenen Problemen und Fragen auch die Sichtweise des anderen Geschlechts geboten zu bekommen.

Tausend und eine Nacht – und es hat Zoom gemacht!

Viele Psychologen sind sich sicher: Eine gegengeschlechtliche Freundschaft ist grundsätzlich möglich – unter der Voraussetzung, dass beide Seiten den anderen nicht attraktiv finden und klare Grenzen einhalten. Denn sobald der eine mehr empfindet als der andere, kommt es früher oder später zu Spannungen. Die unvermeidliche Folge: Die Hoffnungen der Person, die sich mehr als eine Freundschaft wünscht, werden enttäuscht. Was also tut man, wenn es zwischen besten Freunden plötzlich knistert? Experten raten dazu, mit dem anderen ganz offen über diese Gefühle zu sprechen.

Freunde wissen auf wen sie sich einlassen

Solch intensive Emotionen lassen sich schließlich in einer engen Freundschaft nicht lange ignorieren. Sollte der andere die Gefühle nicht erwidern, ist es in den meisten Fällen besser, einen Schlussstrich unter die Freundschaft zu ziehen. Das mag zwar weh tun, ist aber noch lange nicht so schmerzvoll, wie es unerfüllte Sehnsüchte und unerwiderte Gefühle sind. Und was, wenn auf beiden Seiten der Funke übergesprungen ist? In diesem Fall dürfen sich beide auf eine Partnerschaft mit vielen Vorteilen freuen: Schließlich kennen sie sich schon lange, hatten von Anfang an ein tiefes Vertrauen zueinander und zudem schon viele Gelegenheiten, sich im Alltag zu erleben. Kurzum: Sie wissen, worauf sie sich einlassen. Und wenn es mit der Beziehung nicht funktioniert, kann man ja immer noch Freunde bleiben …