Der Herbst ist die Jahreszeit der Liebe

Vergessen Sie prickelnde Frühlingsgefühle und heiße Sommerflirts. Eine Studie belegt, dass der Herbst die wichtige Jahreszeit ist, wenn es um Liebe, Sex und Partnerschaft geht. Warum junge Liebe an Tiefe gewinnt und Paaren nun den besten Sex haben ...

Vergessen Sie alles Gerede über prickelnde Frühlingsgefühle und heiße Sommerflirts. Der Herbst ist die wichtige Jahreszeit, wenn es um Liebe, Sex und Partnerschaft geht! Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Studie.

Ein Team von Biologen konnte belegen, dass der Herbst einer jungen Liebe Tiefe gibt, die Lust steigert und auch Paaren den besten Sex beschert.

Romantik und tiefe Gefühle

Für Paare und Verliebte beginnt erst jetzt die beste Zeit für romantische Stunden, tiefe Gefühle und leidenschaftlichen Sex. Das konnte eine Gruppe von Forschern um Professor Till Roenneberg des Instituts für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München belegen. Roenneberg ist Chronobiologe und beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Jahreszeitenwechsels auf Körper und Verhalten des Menschen.

Jahreszeit der Liebe

Die Wissenschaftler werteten statistische Daten der menschlichen Jahresrhythmik aus 166 Ländern aus. Dabei zeigte sich, dass viele Handlungen jahreszeitlich bedingt sind. Im Winter essen wir mehr, nehmen zu und schlafen länger, im Frühling gibt es die meisten Befindlichkeitsstörungen und Selbstmorde, im Sommer sind wir leichtsinnig und abenteuerfreudig … und im Herbst? Keine Spur von Grippe und Melancholie. Der Herbst ist die Jahreszeit der Zweisamkeit und großen Gefühle.

Aus Flirts werden Beziehungen

Psychologisch bedeutet das: Was im Sommer noch als lockerer und unverbindlicher Flirt begann, kann ab Ende September an seelischer Tiefe gewinnen und zu einer festen Beziehung werden. Wir erzeugen uns Wärme und zweisame Behaglichkeit, nisten uns ein, horchen wieder mehr auf die inneren Bedürfnisse. Paare und Verliebte konzentrieren sich nun stärker aufeinander und lassen sich auf den anderen ein.

Der Körper stellt sich auf Zärtlichkeit ein

Dafür gibt es auch körperliche Beweise. Die Aktivitäten im rechten Stirnlappen, der Traurigkeit, Angst und Aggressionen erzeugt, werden zurückgefahren. Dafür werden die Teile des Gehirns besonders stark durchblutet, die für Zärtlichkeitsgefühle zuständig sind. Das Glückshormon Dopamin wird vermehrt ausgeschüttet, dadurch entsteht auch das wohlige Kribbeln im Bauch.

Im Rausch der Sexualhormone

Auch was Lust und Leidenschaft angeht, zeigt sich der Herbst als goldene Jahreszeit. Die Konzentration der männlichen und weiblichen Sexualhormone Testosteron und Östrogen im Blut erreichen in diesen Tagen Spitzenwerte. Das fanden deutsche und amerikanische Hormonforscher unabhängig voneinander heraus. Der Grund ist biologisch motiviert: Der Organismus von Babys, die im Herbst gezeugt werden, wird von Geburt an mit viel Licht verwöhnt und kann viel Vitamin D herstellen. Wer will angesichts dieser Erkenntnisse noch dem Sommer nachtrauern oder den Frühling herbeisehnen?

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