Ich liebe dich!

Drei magische Worte, die eine Beziehung verändern können. Oder ist das doch nur eine Hollywood-Illusion? Forscher vom Massachussets Institute of Technology haben die Sache untersucht und herausgefunden: Es geht - mal wieder - vor allem um das Eine.

Sanfte Musik, gedämpftes Licht, vielleicht ein paar Kerzen, ein Glas Wein. Er beugt sich zu ihr, sieht ihr tief in die Augen und spricht die magischen Worte: „Ich liebe dich!“.

Kaum ein Satz hat in einer Beziehung so viel Wirkung – und so viel Macht – wie diese simple Konstruktion aus Subjekt, Prädikat, Objekt. Einmal ausgesprochen, scheint er der Partnerschaft eine neue Qualität zu verleihen.

Kleine Worte mit großer Bedeutung

Doch stimmt das wirklich? Oder ist es nur eine Illusion, entstanden aus verklärten Hollywood-Romanzen und Liebesromanen? Keineswegs, meint Psychologe Josh Ackerman. In einer Studie am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) beschäftigte er sich eingehend mit den magischen drei Worten. Und fand dabei interessante Zusammenhänge zwischen dieser Liebeserklärung und der ersten Liebesnacht.

Männer sagen früher „Ich liebe dich“

Ein Ergebnis der Forschungen: Männer sagen es zuerst! In etwa 70 Prozent aller Beziehungen ist es der Mann, der zuerst seine Gefühle gesteht. Eine überraschende Erkenntnis, die in starkem Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung steht: In einer begleitenden Umfrage glaubten knapp zwei Drittel der Befragten, dass für gewöhnlich die Frau diesen wichtigen ersten Schritt macht.

Frauen üben Zurückhaltung

Ackerman erklärt dies mit der menschlichen Evolution. Schließlich brachte Sex bis zum modernen Zeitalter immer das Risiko einer Schwangerschaft mit sich, so der Psychologe. Für Frauen sei es in diesem Kontext also sinnvoll, sich mit ihrer Liebeserklärung zurückzuhalten – bis sie sich der Gefühle ihres Partners sicher sein könnten. Zudem hören Frauen den entscheidenden Satz lieber nach der ersten gemeinsamen Nacht.

Liebe und Abenteuer

Wenig Zurückhaltung zeigen dagegen Männer, die nur auf ein kurzes Abenteuer aus sind. Laut der MIT-Studie sagen sie die magischen drei Worte besonders häufig vor dem ersten Mal. Und sie genießen es auch besonders, wenn ihre Partnerin schon vor dem ersten Liebesspiel ein „Ich liebe dich!“ in den Raum wirft.

Gar nicht so typisch Mann

Typisch Mann, also? Eine Anschlussstudie rettet die Ehre des starken Geschlechts. Sie verglich abenteuerlustige Männer mit solchen auf der Suche nach einer ernsthaften Beziehung. Das Ergebnis: Bindungswillige Männer bevorzugten es, die Liebeserklärung erst nach dem Sex zu hören – ebenso wie die Frauen!

Archaische Muster in modernen Beziehungen

Es stimmt also – die Worte „Ich liebe dich!“ haben in einer Beziehung tatsächlich eine wichtige Bedeutung. Allerdings wecken sie bei Männern und Frauen unterschiedliche Erwartungen: Männer verbinden damit die Aussicht auf Sex, während Frauen es als ein Zeichen emotionaler Verbindung ansehen. Archaische Muster, die laut Ackerman bis heute einen Einfluss auf unser Verhalten beim Dating und in der Liebe haben.