Schluss mit Eifersucht

Fast jeden erwischt sie irgendwann: die Eifersucht. In zu hohem Maße wird sie schnell zum Liebestöter. Woher kommen diese Gefühle? Wen erwischen sie? Und was können Sie dagegen tun? Lesen Sie jetzt die Antworten!

Für die einen ist sie die „kleine Schwester des Neids“, für die anderen das unangenehmste Gefühl der Welt. Doch fast niemand ist immun gegen sie: die Eifersucht. In kleinen Dosen ist sie noch recht schmeichelhaft – aber wenn sie überhand nimmt, kann sie der Liebe gefährlich werden. Besiegen Sie Ihre Eifersucht!

Woher kommen diese Gefühle? Wen erwischen sie? Und was können Sie dagegen tun? Lesen Sie jetzt die Antworten:

Emotionale oder sexuelle Eifersucht

Manche Menschen reagieren eifersüchtig, wenn sie vermuten, dass ihr Partner sexuelle Kontakte zu anderen hat. Andere haben Angst davor, dass ihr Partner sie emotional betrügen könnte, indem er etwa anderen mehr Aufmerksamkeit schenkt als ihnen selbst. Früher gingen die Forscher davon aus, dass emotionale Eifersucht vor allem Frauen betrifft, während sexuelle Eifersucht ein eher männliches Phänomen ist.

Eine Studie der Pennsylvania State University aus dem Jahr 2010 kam jedoch zu einem anderen Ergebnis: Nicht das Geschlecht, sondern die Erwartungen an eine Beziehung sind entscheidend. Wer dem Partner emotional sehr nahesteht, neigt auch eher zu emotionaler Eifersucht – egal ob Mann oder Frau.

Ein Frischekick für die Beziehung

Eifersucht ist nicht automatisch schlecht für eine Beziehung. Im Gegenteil: In Maßen belebt sie die Partnerschaft sogar. Ein gesundes Maß an Eifersucht ist ein Liebesbeweis für den Partner, finden 54 Prozent der Teilnehmer an einer Umfrage der Zeitschrift „Elle“. Das macht sich zum Beispiel bemerkbar, wenn in einer langjährigen Partnerschaft plötzlich ein möglicher Konkurrent oder eine Konkurrentin auftaucht.

Das Interesse einer anderen Person am eigenen Partner erhöht dessen Attraktivität. Plötzlich sieht man diesen Menschen wieder mit anderen Augen, obwohl er oder sie eigentlich schon zur Gewohnheit geworden ist – ein Frischekick für die Beziehung gewissermaßen.

Vorsicht bei grundloser Eifersucht

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn die Eifersucht den harmlosen Rahmen sprengt. Überhöhte grundlose Eifersucht liegt dann vor, wenn ein Partner fest von der Untreue des Partners überzeugt ist. In einem solchen Fall beschäftigt diese Angst den Betroffenen täglich. Er oder sie sucht krampfhaft nach Beweisen für den vermeintlichen Betrug.

Ein Grund dafür können schlechte Erfahrungen aus vergangenen Beziehungen sein. Aber auch sehr starke Gefühle für den Partner können die Eifersucht anheizen. Je größer die Liebe, desto größer auch die Angst, den geliebten Menschen zu verlieren. Der wahre Auslöser für die Eifersucht liegt jedoch nicht beim Partner – sondern bei uns selbst. Das erklärt beispielsweise die Psychologin Dr. Renate Kallwass. Schuld sind ein mangelndes Selbstwertgefühl und die Überzeugung, nicht liebenswert genug zu sein.

Fünf Tipps gegen die Eifersucht

Wirklich krankhafte Eifersucht lässt sich leider nur mit professioneller Hilfe besiegen. Die Eifersucht, die fast jeden früher oder später einmal erwischt, können Sie zum Glück aber selbst bekämpfen, sagt Marcel Hübenthal, Inhaber der Coaching Akademie Berlin:

1. Denken Sie positiv: Bekämpfen Sie negative Fantasien mit Gedanken an die schönen Momente Ihrer Beziehung. Rufen Sie sich ins Gedächtnis, warum Ihr Partner und Sie einander lieben.

2. Nehmen Sie Ihre Gefühle ernst: Setzen Sie sich mit Ihrer Eifersucht auseinander. Fragen Sie sich: Wann treten diese Gefühle auf? Was ist der Auslöser? Was erinnert Sie möglicherweise an schlechte Erfahrungen?

3. Führen Sie ein eigenes Leben: Verlieren Sie sich nicht in der Partnerschaft, sondern pflegen Sie Ihre eigenen Hobbys, Freundschaften und Interessen. So bleibt weniger Raum für die Eifersucht.

4. Stärken Sie sich selbst: Selbstzweifel sind der Hauptauslöser für grundlose Eifersucht. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und Ihre positiven Eigenschaften. Tipps dazu finden Sie in unserem Artikel Zufriedenheit mit sich selbst.

5. Seien Sie ehrlich: Nur wenn Sie Ihrem Partner gegenüber Ihre Verlustängste eingestehen, können Sie gemeinsam etwas dagegen tun. Finden Sie heraus, was Ihnen hilft, z. B. kleine Liebesbeweise oder gemeinsame Unternehmungen.

(1) Marina_Ph/iStock/Thinkstock