Die große Liebe – Welcher Liebestyp sind Sie?

Mein Name ist Manfred Hassebrauck. Ich bin Professor für Sozialpsychologie und berate LoveScout24 bei der Weiterentwicklung ihres Angebots. Einmal im Monat berichte ich Ihnen in meiner Kolumne direkt zum Thema Paarbeziehungen.

Mein Name ist Manfred Hassebrauck. Ich bin Professor für Sozialpsychologie an der Bergischen Universität Wuppertal und berate LoveScout24 bei der Weiterentwicklung des hochwertigen Angebots. Einmal im Monat berichte ich Ihnen in meiner Kolumne direkt über meine Forschungen zum Thema Paarbeziehungen. Spannend, verständlich und anwendbar. Diesen Monat habe ich mich mit diesem Thema beschäftigt: „Die große Liebe – Welcher Liebestyp sind Sie?“

Was ist Liebe?
Alle suchen die große Liebe. Aber was macht sie denn eigentlich aus – die große Liebe? Bedeutet Liebe, für einen anderen da zu sein und alles für ihn oder sie zu tun? Oder heißt es nicht auch, niemals um Verzeihung bitten zu müssen? Es gibt unzählige Definitionen, von Literaten, Philosophen, Wissenschaftlern unterschiedlichster Coleur und natürlich auch vom sprichwörtlichen Menschen auf der Straße. Der vertraute Weg, mal kurz zu googeln, hilft auch nicht weiter. Machen sie sich mal den Spaß und googeln Sie nach Definitionen von Liebe. Sie werden erschlagen. Genau so im Buchladen. Bücher über Liebe gibt es zuhauf. Angesichts dieser Vielfalt von Vorstellungen ist es nahe liegend, Liebe als eine höchst subjektive Angelegenheit zu betrachten, die sich einer Definition und erst recht der wissenschaftlichen Analyse völlig entzieht.

Kriterien für Liebe
Gewiss, Liebe ist subjektiv und sie hat zahlreiche Facetten. Aber trotz dieser Subjektivität gibt es Grundmuster und Regelmäßigkeiten, die sich objektiv beschreiben und wissenschaftlich untersuchen lassen. Nach Forschungsergebnissen des renommierten Psychologen Robert Sternberg, die ich auch in meinen eigenen Forschungen bestätigen konnte, ist Liebe eine Mischung aus drei Aspekten: Intimität, Leidenschaft und Bindung an den Partner.

Intimität im Sinne von emotionaler Nähe ist der wesentliche Grundpfeiler der Liebe. Es geht dabei um den Wunsch, mit dem anderen möglichst viel Gemeinsames zu erleben, sich geborgen zu fühlen und auch die eigenen Fehler und Schwächen zeigen zu dürfen. Intimität entwickelt sich langsam über die Zeit. In einer neuen Beziehung ist sie meist noch nicht sehr ausgeprägt.

Leidenschaft ist der physiologische Kick in der Beziehung. Oft fängt eine Beziehung genau damit an. Man verzehrt sich förmlich nach ihr/ihm, kann es gar nicht abwarten, sie/ihn zu sehen, Schmetterlinge im Bauch sind an der Tagesordnung. Die Leidenschaft hält allerdings nicht ewig, auch wenn wir uns das wünschen. Nach zwei Jahren hat sie meist deutlich abgenommen.

Die Bindung an eine Person und die bewusste Entscheidung, mit dieser Person über eine längere Zeit zusammen bleiben zu wollen, ist die dritte Säule der Liebe. Auch sie ist am Anfang einer Beziehung meist noch gar nicht vorhanden und entwickelt sich – wenn überhaupt – ganz allmählich.

Liebe ist facettenreich
Aus dem Zusammenspiel dieser drei Komponenten ergibt sich die Liebe. Je nachdem, wie wichtig jemanden Intimität, Leidenschaft und Bindung sind, entstehen unterschiedliche subjektive Vorstellungen von der großen Liebe. Für einen ist es ein Ausdruck von Liebe, sich voll dem anderen zu widmen, ein anderer sieht es vielleicht als ein Zeichen von Liebe an, wenn man sich gegenseitig möglichst viele Freiräume lässt und sich nicht zu fest bindet.

Gerade weil wir in dem, was für uns die große Liebe ist, nicht immer mit anderen übereinstimmen, kann es zu Missverständnissen und Problemen in einer Beziehung kommen. Es ist daher ratsam, sich genauer zu fragen, wie denn die eigene Vorstellung von der großen Liebe aussieht, und diese Vorstellung mit der des Partners oder der Partnerin zu vergleichen.

Welcher Liebestyp Sie sind, können Sie im Liebestyptest selbst herausfinden.

Neben seinen Forschungsthemen kennt Prof. Hassebrauck als Beziehungsexperte und Autor zahlreicher Bücher natürlich auch einige Tipps, die LoveScout24-Mitgliedern in konkreten Flirtsituationen weiterhelfen können. Wir haben uns mit dem 55-Jährigen unterhalten. Im Gespräch beschrieb uns Prof. Hassebrauck wichtige Erkenntnisse seiner wissenschaftlichen Arbeit, erklärte die Bedeutung, die Online-Dating als neue Form der Partnersuche hat, und verriet uns sein ganz persönliches Geheimrezept für eine erfolgreiche Partnerschaft.