Böse Zungen nach der Trennung

Schauspielerin und Sängerin Selena Gomez witzelte in einer amerikanischen Talkshow über ihren Ex-Freund Justin Bieber und outete ihn als Heulsuse. Ist das schlechter Stil oder ein Zeugnis von Stärke? Die LoveScout24-Redaktion diskutiert, diskutieren Sie mit ...

Schauspielerin und Sängerin Selena Gomez, früher bekannt als unschuldiger Disney-Liebling, macht zurzeit nicht nur mit neuem Film und sexy Look von sich reden. In der amerikanischen Talkshow „Late Show with David Letterman“ witzelte sie jetzt über ihren Ex-Freund Justin Bieber und outete ihn als Heulsuse.

Auch wenn Selena Gomez zuletzt auf absoluten Abstand zu Justin Bieber gegangen war, hatte sie sich zur Trennung bis vor Kurzem kaum geäußert.

Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt?

Doch als die 20-Jährige am Montag Abend in einem atemberaubenden „Fast-Outfit“ in der Show saß, nutze sie Lettermans Steilvorlage für einen fiesen Spruch. Als der Talkmaster etwas kleinlaut zugabt, Bieber bei dessen letztem Besuch in der Show zum Weinen gebracht zu haben, lachte Selena auf und konterte prompt: „Tja, dann sind wir schon zu zweit!“

Witze auf Kosten des Ex-Partners machen und das auch noch im Fernsehen, ist das schlechter Stil oder ein Zeugnis von Stärke? Die „Beliebers“ und „Selenators“ im Internet diskutieren heftig. Unsere Redaktion auch. Heute im Streitgespräch: Afra Lindström, Redakteurin, und Markus Frank, Chefredakteur von LoveScout24.

Ein Thema – zwei Meinungen. Was meinen Sie?

Afra Lindström

„In manchen Fällen muss das eben sein!“

Markus Frank

„Eine Gentleman schweigt … und denkt sich seinen Teil“

Ich war mal mit einem Mann zusammen, bei dem meine Gefühle schon lange nicht mehr stimmten. Trotzdem fiel mir das Schlussmachen schwer. Denn einerseits will eine Trennung gut durchdacht sein, am Ende steh ich sonst reumütig vor der Tür und bitte ihn zurück. Andererseits hänge ich ja nach der gemeinsamen Zeit irgendwie auch als Weggefährten an ihm. Als ich mich dann endlich zur Trennung durchgerungen hatte, fühlte ich mich zehn Tonnen leichter und wie beflügelt. Auch wenn es nicht die feine englische Art ist, ein bisschen laut gackernd über die Marotten des Ex abzulästern, tröstete mich nicht nur über die Verlustgefühle hinweg, sondern war auch nötiger Ausdruck unglaublicher Befreiung. Es ist schon ironisch: Erst dementiert Selena Gomez monatelang die Beziehung zu Justin Bieber und dann, wenn diese beendet ist, tritt sie nach – natürlich nicht still und heimlich und schon gar nicht von Angesicht zu Angesicht mit dem Ex-Lover, sondern aufmerksamkeitsstark im TV-Interview. Dabei hätte sie zunächst wissen müssen: Abwesende auszurichten, ist ganz schlechter Stil – das lernt man schon in den Kinderschuhen (ok, vielleicht ist Selena Gomez diesen noch nicht ganz entwachsen). Und dann hätte sie sich fragen sollen: „Über wen sagt das eigentlich mehr aus, wenn ich Justin als Heulsuse hinstelle?“ Dass der gescheitelte Teeniestar, „Everybody’s Lieblingsboy“ und Schwarm des gesamten Teenie-Universums, die Weichheit in seinem Image verankert hat, überrascht keinen. Bemerkenswert ist eher: Welcher Selbsttäuschung muss Selena Gomez aufgesessen sein, dass sie mit dem tränenreichen „Baby, Baby, Baby“-Sänger, den sie nun bloßstellt, einst zusammen war. Hinzu kommt noch, dass das Ganze irgendwie sehr kalkuliert klingt – und also kaltherzig. Den Ex-Partner schlecht machen, um selbst gut dazustehen … spätestens hier kommt mir das Gruseln. Nein, ich bleibe dabei: Wer andere bloßstellt, stellt nur sich selbst bloß. Deshalb muss nach der Trennung der Rest Schweigen sein.

Bildquelle: http://www.prphotos.com/