Abserviert und dann?

Mit Ablehnung umzugehen, ist schwer. Man ist enttäuscht, verletzt und fragt sich, was man falsch gemacht hat. Doch muss man das wirklich so ernst sehen? Aber gegen jeden Frust gibt es immer eine passende Medizin.

Vielen von uns ist es schon passiert: Man lernt jemanden kennen, findet sich nett, trifft sich ein paar Mal, verknallt sich, und dann … Funkstille. Der andere reagiert nicht mehr auf Anrufe, SMS-Nachrichten bleiben unbeantwortet und die eigene Mailbox leer. Anfangs begreift man es vielleicht gar nicht und hofft noch auf eine logische Erklärung dafür, dass der andere sich nicht meldet. Bestimmt hat er sein Handy verloren oder er musste plötzlich verreisen. Möglich wäre doch auch eine Entführung durch Aliens, oder?

Irgendwann kann man es aber nicht mehr verleugnen: Man wurde abserviert. Das tut weh und nagt am Selbstwertgefühl. Wir alle sind ständig auf der Suche nach Liebe und Anerkennung. Umso mehr schmerzt es, wenn wir auf Ablehnung stoßen. Und es wirft Fragen auf. Warum will der andere mich nicht? Bin ich nicht gut genug? Die Ablehnung wird schnell als Kritik an der eigenen Persönlichkeit und als Urteil über die Lebensführung gewertet.

Alles eine Geschmacksfrage
Doch soweit sollten wir es gar nicht erst kommen lassen. Dass eine Person mich nicht als passenden Partner für sich empfindet, bedeutet nicht, dass ich für niemanden der passende Partner bin. Schließlich gibt es Unmengen von Menschen, die mir selbst nicht gefallen. Nur weil jemand ein bestimmtes Gemälde schrecklich findet, heißt das doch auch nicht, dass das Bild wertlos ist. Die Ablehnung sagt nichts über den Wert des Bildes aus, sondern lediglich über den Geschmack des Ablehnenden.

Strategien gegen den Ablehnungsfrust
Ja, wenn wir vernünftig denken, ergeben diese Argumente natürlich durchaus Sinn. Doch im Moment der Ablehnung denken wir nicht rational, sondern fühlen uns vor den Kopf gestoßen, verletzt und enttäuscht. Da bedarf es schon anderer Strategien, um unser Selbstwertgefühl wieder anzuheben:

Strategie 1: „So toll warst du ja gar nicht!“
Etwas fies, aber wirksam. Stürzen Sie den anderen von dem hohen Sockel, auf den Sie ihn selbst gestellt haben. Im Moment scheint er der Überlegene, der Aktive zu sein, denn er hat Sie verletzt. Konzentrieren Sie sich deshalb auf all seine Schwächen und Fehler, die Sie bisher so geflissentlich übersehen haben. Er hatte ein Problem mit der Interpunktion? Ganz klar, dieser Mensch wäre nie der Richtige für Sie gewesen!

Strategie 2: „Ich habe dich schon längst vergessen!“
Ablenkung ist das Zauberwort. Hier sind ein wenig Selbstbetrug und gute Freunde gefragt. Unternehmen Sie so viel wie möglich mit selbigen und versuchen Sie dabei gezielt, nicht an den anderen zu denken. Das mag anfangs ziemlich schwer sein, doch irgendwann funktioniert es von ganz alleine. Und bald wird Ihnen auffallen, dass Sie entgegen aller Erwartungen trotz der Enttäuschung wieder richtig Spaß haben können.

Strategie 3: „Ich kann sie alle haben!“
Angriff ist die beste Verteidigung. Das trifft auch fürs Selbstwertgefühl zu. Um dieses wieder aufzupäppeln, gilt es, möglichst viel Bewunderung und Aufmerksamkeit des anderen Geschlechtes einzuheimsen. Also: Aufstylen und ab auf die Piste! Gehen Sie jedoch auf keinen Fall in den angesagtesten Club der Stadt, dort könnte die Konkurrenz zu groß sein. Empfehlenswerter sind Motto- oder Schlager-Partys, da ist die Stimmung spitze und die Flirtdichte garantiert.

(1) gpintstudio/iStock/Getty Images Plus