War ich das etwa?

Eine Trennung nagt am Selbstwertgefühl, hinterlässt Fragen, Verletzungen, Leere. Und dann? Nur eine weitere Beziehungsleiche im Keller? Keineswegs. Wer sich kritisch mit seinen Ex-Partnern auseinandersetzt, kann lernen, die gleichen Fehler zu vermeiden ...

Eine Trennung nagt am Selbstwertgefühl, hinterlässt Fragen, Verletzungen oder einfach nur eine Leere, die erst einmal wieder gefüllt werden will. Und dann? Nur eine weitere Beziehungsleiche im Keller? Keineswegs, denn woran unsere Partnerschaften scheitern, verrät eine Menge über uns selbst.

Wer sich kritisch mit seinen Ex-Partnern auseinandersetzt, kann viel über sich und seine Bedürfnisse erfahren. Und im besten Fall auch lernen, Fehler zu vermeiden.

Alles auf Anfang

Es sollte für immer sein, doch dann kam wieder mal alles anders. Und jetzt geht die Suche von vorne los? Nein, niemand fängt mit jedem neuen Partner wieder bei null an. Im Laufe eines Beziehungslebens können wir auf wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen zurückgreifen, die dabei helfen, neue Partnerschaften anders und möglichst besser zu gestalten.

Parallelen finden

Nicht nur die letzte Beziehung liefert dabei wichtige Anhaltspunkte, sondern besonders die Parallelen zu vorangegangenen Partnerschaften. Überlegen Sie: Gab es Gemeinsamkeiten im Verlauf? Traten ähnliche Probleme auf? Welche persönlichen Wünsche an den nächsten Partner und seine Eigenschaften resultieren daraus?

Negative Gefühle nicht recyceln

Wer sich nicht kritisch mit der Trennung auseinandersetzt, überwacht womöglich jeden Schritt des neuen Freunds um sicherzugehen, dass er sich keine Affäre leistet, wie sein Vorgänger. Oder jeder Streit mit der neuen Freundin wird vermieden, um sie nicht gleich wieder Ex nennen zu müssen. Und manche beschließen gar, nach schmerzhaften Erfahrungen am besten gar keine Beziehung mehr zu führen.

Eine Aussprache wirkt Wunder

Dr. Daniela Beiersdorf ist Psychotherapeutin und rät: „Verschweigen Sie Ihrem neuen Partner solche Probleme nicht. Eine Aussprache wirkt oft Wunder.“ Bei tief sitzenden Verletzungen oder gar traumatischen Erlebnissen führt ohnehin kein Weg daran vorbei. Nur offene Kommunikation verscheucht negative Gefühle wie Misstrauen und Ängste, die aus früheren Beziehungen stammen.

Gründliche Selbstforschung

Vergessen Sie nicht, beim Sinnieren über gescheiterte Beziehungen auch auf eigene Versäumnisse zu schauen. Das US-amerikanische Therapeuten-Ehepaar Doug und Naomi Moseley nennt „gründliche Selbsterforschung“ sogar als wichtigste Voraussetzung, erfolgreich in eine neue Liebe zu starten. „Die gleichen Fehler erneut zu machen kann nur der vermeiden, der sich selbst nicht ausweicht“, so die These der Moseleys.

Berechtigte Kritik

Immerhin gibt es nur wenige Menschen, die uns so gut kennen, wie unsere Partner. Sie wissen genau, wie wir in gewissen Situationen reagieren, worüber wir lachen müssen und was uns schwerfällt. Oft kennen sie uns sogar besser als wir selbst. Und weil wir wissen, dass ihre Kritik an uns meist berechtigt ist, wird auch niemand gerne vom Ex-Partner kritisiert.

Gewissenhafte Selbstreflexion

Natürlich können Sie sich aufgrund gewonnener Erkenntnissen keinen Traumpartner backen. Jeder Mensch hat schließlich ganz eigene Stärken und Schwächen. Jedoch hilft Ihnen eine gewissenhafte Selbstreflexion verflossener Liebschaften zu erkennen, wo es sich lohnt zu investieren. Jede Trennung, so schmerzhaft sie ist, ist damit für Sie auch Gold wert.

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/briannalehman/4340533931/
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