Liebe im Labor

Ob wir jemanden gut riechen können, entscheiden wir blitzschnell. Forscher haben bewiesen: Liebe geht durch die Nase und Eifersucht macht wortwörtlich blind. Hinter den Sprichwörtern stehen wohl uralte Tatsachen ...

Auch die Wissenschaft interessiert sich für die Liebe. Das ist doch klar! Und um genaue Liebesdaten zu generieren, werden verrückte und zum Teil bizarre Tests durchgeführt: Paare werden beim Sex in Kernspintomographen beobachtet und Frauen sollen den Geruch von männlicher Shirts bewerten! Gibt’s nicht? Gibt’s doch!

Wir haben für Sie einige Experimente aus der Liebesforschung zusammengestellt. Manche sind skurril, manche bestätigen Vorurteile – auf jeden Fall sind sie aber alle lehrreich.

1. Wenn das Herz schneller pocht
Für ein Herrenmagazin sollten männliche Testpersonen spärlich bekleidete Schönheiten bewerten. Dabei wurden ihnen über Lautsprecher die eigenen Herztöne vorgespielt. Bei manchen Bildern erhöhte sich der Herzschlag merklich und natürlich fanden die Männer genau diese Damen besonders attraktiv, bei denen ihr Herz schnell schlug. Was die „Versuchskaninchen“ nicht wussten: Es waren gar nicht ihre eigenen Herztöne, sondern von den Forschern manipulierte Töne. Ergebnis: Hört ein Mensch ein schnell klopfendes Herz, so hält er das für Erregung und beurteilt auch einen potenziellen Partner danach – unabhängig davon, ob es sein eigenes Herz ist, das er hört oder nicht.

2. Die inneren Werte zählen?
Dass Attraktivität eben doch eine Rolle spielt, haben Forscher bewiesen. Sie zeigten Männern Fotos einer Frau, mit der sie dann telefonieren sollten. Einige bekamen das Foto einer sehr attraktiven Frau, die anderen das einer durchschnittlich aussehenden Frau vorgelegt. Was sie nicht wussten: Am anderen Ende der Leitung waren andere – absolut zufällig ausgewählte Frauen. Das Ergebnis: Mit den scheinbar attraktiveren Frauen telefonierten die Probanden deutlich lebhafter und selbstsicherer.

3. Fußball & Testosteron
Bereits 1994 fanden Forscher heraus, dass sich der Hormonspiegel von Männern stark verändern kann und zwar bedingt durch Fußball. Denn beim WM-Finale Brasilien gegen Italien erlebten die brasilianischen Fans einen wahren Testosteron-Höhenflug. Im Gegensatz dazu sank die Testosteronkonzentration der italienischen Männer, deren Mannschaft unterlag, stark. Was der Fußball nicht alles für Auswirkungen hat!

4. Geruch entscheidet über die Liebe?
Evolutionsbiologen haben herausgefunden, dass Attraktivität auch durch den Geruch bestimmt wird. In einem Versuch sollten Frauen per Schnuppertest anhand getragener T-Shirts von Männern deren Geruch bewerten. Zusätzlich wurde bei allen Beteiligten im Blut der sogenannte MHC festgestellt, der die „genetische Distanz“, also die genetischen Unterschiede, widerspiegelt.
Das Ergebnis: Die Frauen fanden den Duft von Männern besonders wohlriechend, die sich genetisch stark von ihnen unterschieden. Einzige Ausnahme: Frauen, die die Anti-Baby-Pille nahmen, bevorzugten den Duft von MHC-ähnlichen Männern.

5. Eifersucht macht blind
Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Eifersucht blind macht – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Forscher zeigten Paaren Landschaftsbilder, die bewertet werden sollten. Während des Versuchs baten sie den Mann – gut hörbar für die Frau – Fotos von Single-Damen zu bewerten. Sofort hatten die Damen große Probleme, sich weiter auf ihre Landschaftsbilder zu konzentrieren. Je eifersüchtiger die Frauen wurden, umso schwieriger fiel es ihnen, sich auf die Landschaftsbilder zu konzentrieren.

6. Sex aus einer anderen Perspektive
Forscher der holländischen Universitätsklinik Groningen wollten mehr über den Liebesakt erfahren. Acht Paare stellten sich als Probanden zur Verfügung und sollten vor den Augen der Forscher „Liebe machen“. Doch nicht im Bett, sondern in einem engen Kernspintomographen, um der Wissenschaft die Möglichkeit zu geben das Liebesspiel im Körperinneren der Probanden zu beobachten. Um die „Standhaftigkeit“ der Männer auch in der engen Kammer des Kernspintomographen zu gewährleisten, wurde übrigens mit Viagra nachgeholfen.