Klar zum Daten!

Irgendwann ist es soweit: Ihr Date besucht Sie das erste Mal in Ihrer Wohnung. Ein gutes Zeichen. Aber auch Ihr Zuhause sollte nun positiv auffallen. Sauberkeit und eine angenehme Atmosphäre sind dabei ganz wichtig.

Eine Wohnung verrät viel über die Persönlichkeit, denn sie lässt auf Interessen, Hobbys und Leidenschaften schließen. Und auf das Verhältnis des Gegenübers zu Ordnung und Reinlichkeit. Frau wohnt generell sehr stilvoll und ordentlich, klar. Im Speziellen sieht es zuweilen etwas anders aus. Geben wir es doch zu, hier und da neigt auch die holde Weiblichkeit zu wohnlichen Eigenheiten. Was ja auch vollkommen in Ordnung ist – jeder nach seiner Façon.

Steht allerdings Herrenbesuch ins Haus, sollte zumindest ein bisschen auf die Bedürfnisse des vielleicht zukünftigen Partners eingegangen werden, wenn man ihn nicht gleich wieder verschrecken möchte. Dass die Wohnung aufgeräumt und sauber ist, versteht sich von selbst. Doch welche „Accessoires“ Ihres Domizils können Sie guten Gewissens für die Dauer des Dates im Schrank verschwinden lassen, ohne dem Gegenüber dadurch einen vollkommen falschen Eindruck Ihrer Persönlichkeit zu vermitteln? Machen wir doch einmal einen Rundgang durch eine ganz klassische Wohnung!

Die Eröffnung – oder der Eingang
Die Wohnungstür fällt Ihrem Date als Erstes ins Auge. Er freut sich auf romantische und harmonische Stunden mit Ihnen, da wirkt das witzig gemeinte pinkfarbene Türschild „Achtung: Zickenzone!“ eher kontraproduktiv. Also: Besser für die Dauer des Besuchs abnehmen. Ebenfalls ein guter Tipp, besonders, wenn Sie erst kürzlich eingezogen sind: Prüfen Sie frühzeitig, ob Ihre Klingel auch wirklich funktioniert, und ob sie richtig beschriftet ist. So können Missverständnisse, Tränen und wütende Anrufe leicht vermieden werden.

Das Näherkommen – im Flur
Klar haben Sie einen Schuhschrank, aber das heißt noch lange nicht, dass Sie ihn auch benutzen. Schließlich lässt sich die richtige Wahl viel besser treffen, wenn alle Ihre Schuhe nebeneinander aufgereiht im Flur stehen. Ihre beste Freundin versteht diese Logik natürlich, fraglich ist dagegen, ob Ihr Date das genauso sieht, nachdem er über das dritte Paar Stiefel gestolpert ist. Also nutzen Sie doch einfach die Gelegenheit, um Ihren Schuhschrank einzuweihen, dann klappt auch das Begrüßungs- Bussi ohne größere Schwierigkeiten.

Der Aperitif – die Küche
Natürlich ist Ihre Küche nicht einfach nur ein Ort des Kochens, sondern sie sagt genauso viel über Sie und Ihr Leben aus, wie jeder andere Raum Ihrer Wohnung. Trotzdem könnten die aus der Wutphase Ihrer letzten Trennung stammenden männerfeindlichen Postkarten an Ihrem Kühlschrank befremdlich auf Ihr Date wirken. Werfen Sie diese doch einfach in dem Bewusstsein, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, ins Altpapier, bevor Sie sich beiden einen Aperol Sour kredenzen.

Die entscheidende Phase – im Wohnzimmer
Bei leiser Musik strömt der Duft von Vanille durch den kerzenbeschienenen Raum – was sollte hier noch schief gehen? Nun, zum Beispiel, dass Ihr Date die Alice Schwarzer -Biographie im Bücherregal entdeckt. Manche Männer fühlen sich durch feministische Literatur nämlich leicht eingeschüchtert. Gleiches gilt für Ihre Kuscheltier-Großfamilie. Wollen Sie „auf Nummer sicher“ gehen, sollten Sie beides zeitweise verschwinden lassen. Ebenso wenig sollte man Gegenstände in der Wohnung verteilen, die vermeintlich Niveau oder Intellektualität suggerieren, nur um Eindruck zu schinden. Wer auf Nachfrage des Dates, wie man denn zur Marxschen Wertformanalyse stehe, antworten muss, dass die Ausgabe von „Das Kapital“ auf dem Wohnzimmertisch trotz der vielen Lesezeichen noch gänzlich unberührt ist, macht sich nur lächerlich.

Der Frischmacher – das Bad
Es ist davon auszugehen, dass Ihr Bad genauso sauber und rein ist wie der Rest der Wohnung. Wichtiger ist deshalb auch hier das sorgsame und überlegte Einsetzen von „Accessoires“. Auch wenn Sie diesen Standpunkt – verständlicherweise – leidenschaftlich vertreten, sollten Sie das „Sitzenpinkeln“- Schild über der Toilette beim ersten Date mit Ihrem Schwarm lieber entfernen, man will ihn ja nicht gleich vergraulen. Schließlich kann man es dann später, wenn die Beziehung zwischen Ihnen schon weiter gediehen ist, wieder aufhängen.

Das Highlight – das Schlafzimmer
Natürlich ist noch längst nicht raus, dass Ihr Date dieses Zimmer jemals betreten wird. Aber ein Blick hinein während der Führung durch die Wohnung ist gestattet und darf ruhig Lust auf mehr machen. Ihre unglaublich bequeme Lieblings-Jogginghose und die flauschigen Hausschuhe mit den Hasenohren wirken da eher abträglich. Deshalb gilt: Besser sämtliche Klamotten vom Boden und Schreibtischstuhl aufsammeln und in den Schrank verfrachten.

Und wie schaut’s bei IHM aus?

Die Eröffnung – oder der Eingang
Wenn die Dame des Herzens nicht zufällig ein Faible für ausgefallene Auftritte hat oder beim SEK Dienst tut, wird sie Ihre Wohnung ziemlich sicher durch diese Tür betreten. Und sie auch ziemlich schnell durch eben dieselbe wieder verlassen, wenn Sie nicht Platz schaffen für IHRE Schuhe, für IHRE Tasche, für IHREN Mantel – und einfach mal Ihre alten Turnschuhe irgendwo hinverbannen, wo Platz ist und sie nicht weiter auffallen. Für den Moment.

Das Näherkommen – im Flur
Die erste Hürde ist also genommen. Stellen Sie sich vor, Ihre Traumfrau möchte sofort auf Sie zustürmen, weil sie seit Tagen nichts anderes im Kopf hat, als Euren letzten Abschiedskuss. Völlig zeit- und raumvergessen sprintet sie also auf Sie zu. Sie schenkt Ihnen einen innigen Blick – und ihre eben noch funkelnden Augen verlieren den Kontakt mit den Ihrigen … wie auch die Dame den Boden unter den Füßen. Wäre die Sporttasche nicht ganz so ungünstig neben dem Mountainbike platziert gewesen, hätte es für Sie beide noch ein schöner Abend werden können.

Der Aperitif – die Küche
Eiswürfel! Ganz wichtig sind jetzt Eiswürfel. Nicht nur, um die blauen Flecke aufgrund Ihrer eventuellen Fehler im Flur zu kühlen. Eiswürfel wirken einfach professionell. Ob im Eistee, im Campari Soda oder im Ramazotti. Damit vermitteln Sie elegante Männlichkeit. Allerdings nur, wenn Sie auch mindestens zwei Gläser in gleichem Design zur Hand haben. Die müssen nicht von Mund geblasen sein – allerdings sollten Sie auch auf gebrauchte Senfgläser verzichten, außer Sie haben in der Dame des Herzens die ökologischen Weltretterin erkannt. Übrigens: Mit Küchentüchern lassen sich nicht nur Teller abtrocknen, sondern auch Gläser polieren. Und mit einem Glas ohne Finger- oder gar Lippenabdrücke hinterlassen Sie auf jeden Fall einen so positiven Eindruck, dass Sie versalzenes Essen noch mit dem bekannten Sprichwort
des „verliebten Kochs“ entschuldigen können.

Die entscheidende Phase – im Wohnzimmer
Egal, ob Sie zum nachmittäglichen Kaffee oder zum abendlichen Dinner geladen haben. Hinfällig, ob es Nudeln gibt oder Rinderlende: Keine Frau wird Sie dafür bestrafen, wenn Sie statt Küchenrolle Servietten bereit liegen haben. Aber nicht übertreiben: Bevor Sie zum totalen Kitsch greifen, wählen Sie einfarbige. Da kann nicht viel schief gehen. Die Actionfilm- oder „Sonstige-Filme“-Sammlung ist natürlich verschwunden.
Und der solide Wumms der Anlage überzeugt nur Freunde zum Bleiben. Nutzen Sie also aus, dass Ihr Soundsystem auch die leisen Töne beherrscht. Für eine Atmosphäre, die Ihnen zukünftig vielleicht noch mehr einheizt als jedes Gitarrenriff!

Der Frischmacher – das Bad
Ihr Essen war gut, Sie haben sich natürlich vorher nach dem Lieblingsgetränk der Dame bzw. dem bevorzugten Wein (rot/weiß/rosé sowie trocken/halbtrocken/lieblich) erkundigt – und dieses auch bereit gestellt! Sollte der Abend also länger als eine Stunde dauern und Ihr Date nicht zeitgleich mit den Tellern vom Tisch verschwunden sein, wird sie sich irgendwann zwangsläufig auf die Toilette begeben. Bei Frauen heißt das unter Umständen auch mal „sich frisch machen“. Klingelt’s? Das geht nur, wenn’s irgendwo auch frisch aussieht und riecht. Und weil Sie das wissen, können Sie im Bad nur gewinnen! Denn als Mann gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Sie sind bereits soweit, dass Sie sich auch nüchtern ohnehin immer hinsetzen (löblich, mehr auch nicht). 2. Sie setzen sich zum Pinkeln eben nicht hin, und trotzdem blitzt und blinkt es an allen Ecken (männlich UND cool). Übrigens genau wie der Spiegel und zumindest die Armaturen. Mit einem ordentlichen Reiniger ein echtes Kinderspiel!

Das Highlight – das Schlafzimmer
Achtung! Das dieser Punkt hier aufgeführt ist, bedeutet nicht, dass Ihr Date zwangsläufig auch dort endet. Nein, auch dann nicht, wenn Sie sich peinlich genau an unsere Tipps gehalten haben. Vielleicht ist Ihre Herzdame einfach nur daran interessiert, wie es dort aussieht. Wenn Sie also ein Kuscheltier haben … finden das die meisten Frauen eher „süß“! Aber eines ist wirklich genug. Sollten Sie über eine Wäschespinne verfügen, die dort aus Platzgründen am besten aufgehoben ist, geht das völlig in Ordnung. Aber SIE muss ja nicht unbedingt wissen, dass die generell da steht und Sie sich statt aus dem Schrank direkt an ihr bedienen. Und apropos Schrank: Türen zu kann nicht schaden. Aufgeräumt haben Sie jetzt wirklich schon genug.

(1) Alen-D/iStock/Getty Images Plus