Gebrochenes Herz – was nun?

Nach einer Trennung reden wir oft davon, ein gebrochenes Herz zu haben. Aber gibt es das wirklich? Oder existiert es nur in Kitschromanen? Keineswegs! Seit Jahren erforschen Wissenschaftler aus aller Welt das Broken-Heart-Syndrom.

Nach einer Trennung reden wir oft davon, ein gebrochenes Herz zu haben. Aber gibt es das wirklich? Oder existiert es nur in Liebesliedern und kitschigen Romanen? Keineswegs: Seit Jahren erforschen Wissenschaftler aus aller Welt das so genannte Broken-Heart-Syndrom.

Verliebte haben Herzklopfen. Verlassene haben Herzschmerz oder ein gebrochenes Herz. Begriffe wie diese zeigen: Unser Herz wird ganz wesentlich von unseren Gefühlen beeinflusst. Auch das Broken-Heart-Syndrom wird durch starke Emotionen hervorgerufen, zum Beispiel nach der Trennung von einem Partner. Dann hilft nur noch ein Arzt. Und bei „normalem“ Liebeskummer ein paar praktische Erste-Hilfe-Tipps …

Broken-Heart-Syndrom: Was steckt dahinter?

Beim Broken-Heart-Syndrom handelt es sich um eine Durchblutungsstörung des Herzens. Wer davon betroffen ist, spürt ähnliche Symptome wie bei einem Herzinfarkt: Es kommt zu Atemnot, Übelkeit und Schmerzen in der Brust, weil das Herz nicht mehr richtig durchblutet wird. Anders als beim Herzinfarkt sind die Herzkranzgefäße beim Broken-Heart-Syndrom jedoch nicht verengt. Wenn es ganz plötzlich auftritt, ist trotzdem schnelle medizinische Hilfe gefragt.

Seelischer Stress ist der Auslöser

Das Broken-Heart-Syndrom kann nach einer starken emotionalen Belastung auftreten. Zum Beispiel nach der Trennung von einem geliebten Partner oder nach einem Unfall. Dabei verkrampft sich das Herz und verformt sich. Weil diese Verformung einem Tintenfisch ähnelt, wird das Broken-Heart-Syndrom auch „Tintenfischfalle“ genannt.

Vor allem Frauen sind betroffen

Im Allgemeinen wirken sich psychische Belastungen wie Stress, Konflikte oder Trauer bei Frauen stärker auf Körper und Gesundheit aus. Das mag auch erklären, warum laut Statistik etwa 80 Prozent aller Broken-Heart-Patienten weiblich sind. Die gute Nachricht: Das Broken-Heart-Syndrom kommt nur selten vor. Und genau wie beim „normalen“ Liebeskummer erholt sich das Herz mit der Zeit wieder vollständig.

Short Facts: Broken-Heart-Syndrom

  • Beim Broken-Heart-Syndrom handelt es sich um eine seltene Durchblutungsstörung des Herzens.
  • Es wird durch starke emotionale Belastungen wie Trennung, Unfall oder Trauer ausgelöst.
  • Mit der Zeit erholt sich das „gebrochene“ Herz wieder vollständig.

Liebeskummer: der ganz „normale“ Herzschmerz

Das Broken-Heart-Syndrom kennen zum Glück nicht viele – den Schmerz und die Trauer nach einer Trennung dafür fast jeder. Ein gebrochenes Herz zu reparieren ist nicht leicht und dauert eine Weile. Trotzdem können Sie ein paar Dinge tun, um den Liebeskummer besser zu überwinden …

Gute Besserung! 6 Tipps gegen Liebeskummer

Heilmittel gibt es für vieles, nur (noch) nicht gegen Liebeskummer. Alternativ verschreiben wir Ihnen sechs Tipps, mit denen Sie zumindest ein sinnbildlich gebrochenes Herz Schritt für Schritt wieder aufpäppeln …

Tipp 1) Trauer zulassen, Emotionen rauslassen
Tief in Ihrem Inneren brodelt eine Mischung aus Wut, Trauer und anderen unangenehmen Gefühlen? Um das Beziehungs-Aus überwinden zu können, ist es wichtig, all diese Emotionen zuzulassen statt sie zu verdrängen. Akzeptieren Sie das definitive Ende Ihrer Partnerschaft. Nur so verarbeiten Sie Ihren Liebeskummer und können irgendwann damit abschließen.

Tipp 2) Aus den Augen, aus dem Sinn.
Ob Fotos, Geschenke oder Kleidungsstücke: Verbannen Sie alles aus Ihrer Wohnung, was Sie an Ihre Beziehung erinnert. Meiden Sie konsequent den Kontakt zu Ihrem Ex-Partner und alle Orte, an denen Sie zusammen gerne Zeit verbracht haben.

Tipp 3) Regelmäßig um die Häuser ziehen
Keine Lust auf Unternehmungen oder andere Menschen? Egal! Verabreden Sie sich trotzdem mit Freunden und gehen Sie regelmäßig aus dem Haus. Jede Art von Ablenkung kann helfen. Reden Sie mit Ihren Freunden ruhig über Ihren Kummer – aber nicht bei jedem Treffen.

Tipp 4) Mit Plan durch den Tag
Vorsicht: An Wochenenden oder Feiertagen ist das Risiko besonders hoch, in Grübeleien oder Selbstmitleid zu verfallen! Beugen Sie dem vor, indem Sie Ihren Tagesablauf planen. Gerade wenn in Ihnen großes Gefühlschaos herrscht, kann ein bisschen äußere Struktur sehr hilfreich sein.

Tipp 5) Bleiben Sie in Bewegung
Zugegeben: Sport kann Liebeskummer nicht heilen. Regelmäßige Bewegung lohnt sich trotzdem für Sie. Denn beim Sport bauen Sie Stresshormone ab und kurbeln gleichzeitig die Ausschüttung von Glückshormone an. Weitere positive Nebenwirkungen: Sie bringen Ihren Körper in Form und fühlen sich wieder attraktiver.

Tipp 6) Schließen Sie neue Bekanntschaften
Der Partner ist weg – und mit ihm auch einige Freunde? Jetzt ist die beste Gelegenheit, eine neue Sportart auszuprobieren, sich ein neues Hobby zuzulegen oder endlich den Sprachkurs an der Volkshochschule zu belegen, mit dem Sie schon lange liebäugeln. So lernen Sie neue Leute kennen und bauen einen eigenen Bekanntenkreis auf.

Ein kleiner Flirt zwischendurch ist Balsam für die Seele

Erst durch eine neue Partnerschaft schaffen wir es, uns endgültig vom Ex-Partner loszulösen. Das hat eine Studie der Uni Bonn bewiesen. Der eine oder andere kleine Flirt kann also nicht schaden, sobald der größte Trennungsschmerz überwunden ist. Das geht beim Online-Dating natürlich besonders unkompliziert – und zeigt Ihnen, dass Sie auch für andere Menschen attraktiv sind.

Bildquelle (oben): Jetti Kuhlemann / pixelio.de

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