Fünf Fehler, die Sie vermeiden sollten

Kaum haben sich zwei Liebende gefunden und festgestellt: „Wir sind ein Paar!“, wartet schon die nächste Hürde. Denn wer nicht aufpasst, setzt das frische Glück aufs Spiel. Aber klassische Verhaltensfehler können vermieden werden ...

In der Komödie „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen“ spielt die Schauspielerin Kate Hudson eine Reporterin, die ein erstaunliches Experiment startet: Sie begeht als „durchgedrehte Freundin“ absichtlich alle Verhaltensfehler, die eine frische Beziehung für gewöhnlich auf eine harte Probe stellen. Viele ihrer Aktionen – wie ein Besuch beim Eheberater – sind hollywoodtypisch überzogen, aber sie haben einen wahren Kern.

Mit der rosa Brille auf der Nase möchten frisch Verliebte die Beziehung ihrer Träume leben. Dabei vergessen sie leicht, dass der neue Partner vielleicht ganz andere Vorstellungen und Bedürfnisse hat. Eine Beziehung, die eigentlich noch unter Welpenschutz gehört, wird so schnell zum heiklen Balanceakt.

Diese klassischen Verhaltensfehler bedeuten fünf Mal Beziehungsgefahr:

1. Machtspiele: Wer liebt mehr, wer opfert mehr?
Auch mit Sternchen in den Augen dürfen Verliebte eins nicht vergessen: In der Anfangsphase einer Beziehung fusionieren zwei Autokratien. Im Klartext: Konnte man bislang ganz alleine über sich selbst bestimmen, muss man nun seinen alleinigen Herrschaftsanspruch teilen. Auf der Entscheidungs-, der Versorgungs-, und der Gefühlsebene müssen die Machtverhältnisse neu geregelt werden. Konkret formuliert der Psychotherapeut Wolfgang Krüger dies in drei Fragen: Wer bestimmt als Nächstes, was passiert? Wer lenkt eher ein? Wer ist weniger verliebt? Und bis eine Antwort darauf gefunden ist, gibt es jede Menge Konfliktpotential.
Tipp: Auch wenn Gleichberechtigung ein Ideal darstellt, richtig ist, was sich für Sie gut anfühlt. Denken Sie gut über Ihre Wünsche nach und besprechen Sie diese Punkte offen mit Ihrem neuen Partner – auf Machtspielchen sind Sie so nicht mehr angewiesen.

2. Veränderungswut: Nicht Partner, sondern Projekt!
„Mach es zu Deinem Projekt!“ Diesen bekannten Slogan einer Baumarktkette haben viele frisch Gebundene im Hinterstübchen, wenn es um den neuen Partner geht. Frauen wie Männer neigen gleichermaßen dazu, den Menschen an ihrer Seite zum „Ausgangsmaterial“ zu degradieren, welches sie nach ihren eigenen Wünschen gestalten möchten. Ob es das neue Styling ist oder eine tiefgreifende Änderung auf dem Geheimplan steht, die Beziehung muss eine harte Belastungsprobe überstehen. Denn sobald der Partner spürt, dass er nicht so geliebt wird, wie er ist, geht er sofort auf Distanz.
Tipp: Fallen Ihnen Kleinigkeiten an Ihrem Partner auf, die Sie gerne ändern möchten, denken Sie an die andere Seite: Wenn Sie die Größe besitzen, Ihrem Partner kleine Fehler zuzugestehen, können Sie sich erlauben, Ihre Schwächen zu zeigen – und werden dafür trotzdem geliebt.

3. Informationsleck: Wem erzähle ich von uns und wie viel?
Geht man mit einem anderen Menschen eine Beziehung ein, muss mit dem Grundvertrauen die Beziehungsbasis erarbeitet werden. Dafür müssen sich beide Partner öffnen und den jeweils anderen in einen ganz privaten Bereich hineinlassen. Klar, dass dieser Prozess etwas Zeit braucht und empfindlich gestört wird, wenn Beziehungsinterna in der Öffentlichkeit landen – ungefragt.
Tipp: Auch wenn Sie Ihr Glück am liebsten mit der ganzen Welt teilen möchten, sollten Sie Ihre Beziehung in Ihrem Freundeskreis und per Facebook nur in Abstimmung mit Ihrem Partner verkünden. Ihr Partner verlangt Respekt und Diskretion von Ihnen, und Sie können diesem Wunsch mit etwas Empathie gerecht werden.

4. Grenzkonflikt: Von Klammeraffen und Beziehungssingles
Viele Menschen – besonders ehemalige Langzeitsingles – haben Schwierigkeiten, die Grenze zwischen sich und ihrem Partner richtig zu ziehen. Während der eine Beziehungsneuling zum wahren Klammeraffen mutiert und eine besonders hochdosierte Form von Kontakt braucht, verfällt der andere Paar-Novize in das gegenteilige Extrem. Er möchte trotz Partner seinen Freiraum und seine Unabhängigkeit aus Single-Tagen nicht aufgeben.
Tipp: Jeder benötigt in einer Beziehung eine unterschiedlich lange Eingewöhnungsphase. Lassen Sie Ihrem Partner etwas Zeit, sich einzuleben und seine Grenzen abzustecken. Achten Sie dabei auf die Signale Ihres Partners. Sollten Sie unsicher sein, befragen Sie ihn zu konkreten Situationen: „Sag mal, stört es Dich, wenn ich Dich bei der Arbeit anrufe?“

5. Eifersuchtsattacke: Vertrauensvorschuss? Fehlanzeige!
„Der gehört mir!“ oder „Das ist meine Frau“ sind ganz normale Gedanken, die jeder in der Anfangsphase einer Beziehung hat. Leichte Eifersuchtsgefühle sind ein positiver Ansporn, für den Partner attraktiv und interessant zu bleiben. Und das aufgeregte Gefühl, das sich prickelnd in der Magengrube bemerkbar macht, wenn sich ein Konkurrent nähert, schürt die Leidenschaft. Doch wird aus diesem Gefühl eine Verlustangst, derer man mit Schnüffeleien und Kontrollen Herr werden muss, wird die Eifersucht zum gefährlichsten aller Beziehungskiller.
Tipp: Übermäßige Eifersucht beruht auf einem ausgeprägten Gefühl der Unsicherheit und selten auf einer realen Bedrohung. Vermeiden Sie es, Ihre Verunsicherung an einer bestimmten Person, zum Beispiel seiner besten Freundin oder ihrem Tanzpartner, festzumachen.