Deshalb sind wir “verrückt vor Liebe”

Warum lassen sich Verliebte oft zu peinlichen Handlungen hinreißen? Die Wissenschaft hat Antworten: Verliebte sind Geisteskranke - und Vorsicht: es besteht hohe Ansteckungsgefahr!

„Wenn die Liebe zur Tür herein tritt, springt die Vernunft aus dem Fenster!“ Menschen machen die seltsamsten Dinge, wenn sie verliebt sind. Man trällert selbstgeschriebene Balladen, sprayt Liebesbotschaften an Hauswände, lässt sich den Namen des geliebten Menschen tätowieren oder fährt hunderte Kilometer weit, um dem kranken Liebsten eine selbstgemachte Hühnersuppe zu bringen. Warum verhalten wir uns so? Wissenschaftler wollen auf diese Frage jetzt die Antwort gefunden haben:

Der Zustand frisch Verliebter ähnelt dem von Geisteskranken. Das behaupten zumindest Wissenschaftler der Universität Basel. Laut ihrer Studie zeigt sich bei frisch verliebten Menschen ein deutlicher Hang zur „Hypomanie“ – einer abgeschwächten Form der Manie, die sich durch eine gehobene Grundstimmung, erhöhten Antrieb und eine Veränderung im Denken äußert. Man denke nur an: Himmelhochjauchzend und im nächsten Moment zu Tode betrübt…

Im Rausch der Gefühle
Die Neurobiologen Semir Zeki und Andrew Bartels vom University College London verglichen Hirnscans von Verliebten und Personen, die sich gerade im Drogenrausch befanden – sie entdeckten die gleichen Muster. Grund dafür ist der Botenstoff Dopamin, der auch bei Turteltauben für ekstatische Momente sorgt. Das könnte eine Erklärung für waghalsige Mutproben im Liebesrausch sein…

Ich muss immer an dich denken
Die Psychiaterin Donatella Marazziti von der Universität Pisa vergleicht Verliebte gar mit Patienten, die unter Zwangsneurosen leiden, also bestimmte Handlungen ständig wiederholen müssen. Bei Verliebten sei etwa der Zwang, pausenlos an das Objekt der Begierde zu denken, auf eine krankhaft niedrige Menge des Botenstoffs Serotonin im Blut zurückzuführen – ähnlich wie bei Menschen mit Neurosen…

Liebeskrank = geisteskrank?
Ist liebeskrank also jetzt gleich geisteskrank?! Manchmal wünschen wir uns nichts mehr, als verrückt vor Liebe zu sein, oder dass jemand verrückt vor Liebe zu uns ist – sollte man jetzt Acht geben, was man sich wünscht, denn es könnte ja in Erfüllung gehen?

Ganz so schwarzmalerisch wollen wir das doch wirklich nicht sehen. Im Normalfall lassen der erste „Liebeswahn“ und die Glücksgefühle ziemlich schnell wieder nach, und man kann bald wieder „normal“ denken und handeln. Dann wartet schon das nächste Abenteuer: Seine Beziehung so zu gestalten, dass sie über den ersten Rausch der Gefühle hinaus Bestand hat…