Willst du meine Droge sein?

Die Vögel zwitschern, die Natur erwacht aus dem Winterschlaf, die Sonne kitzelt in der Nase, das Herz klopft und die Schmetterlinge flattern im Bauch: Keine Frage, wir sind frisch verliebt und zeigen Symptome einer Zwangsstörung ... äh – wie bitte?

Wenn im Frühling die Vögel zwitschern, die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und die Sonne uns in der Nase kitzelt, ist die beste Zeit sich zu verlieben. Dann fängt das Herz an zu rasen, die Schmetterlinge flattern im Bauch und wir zeigen Symptome einer Zwangsstörung. Äh – wie bitte?

Sie haben richtig gelesen: Frisch Verliebte zeigen Anzeichen einer Suchterkrankung.

Amors bittersüßer Pfeil

Wir stehen unserem Schwarm gegenüber, die Knie zittern, das Herz klopft wild, die Hände schwitzen, der Mund wird trocken und dennoch überschwappt uns gleichzeitig eine Welle absoluten Hochgefühls. Was hat sich die Natur nur dabei gedacht, als sie die menschliche Liebe erfand? Genau das fragt sich auch die Wissenschaft.

Der Körper spielt verrückt

Die amerikanische Anthropologin und Autorin Helen Fisher wollte wissen, was physikalisch genau passiert, wenn Amor zuschlägt. Die interessante Antwort: Der Körper spielt völlig verrückt. Fisher fand heraus, dass Verliebtheit in zwei Hirnregionen entsteht. Eine davon ist auch beim Orgasmus aktiv.

Partner als Droge

Gleichzeitig wird eine Flut an Botenstoffen ausgeschüttet. Dopamin und Noradrenalin lassen den Körper reagieren, als sei er in einer Notsituation, daher auch die körperlichen Symptome. Gleichzeitig sinkt der Serotoninspiegel. Alles in allem ein Syndrom, das auch Drogenabhängige und Menschen mit Zwangsstörung aufweisen.

Symptome wie Suchtkranke

Der Körper reagiert wie bei einer Zwangsstörung oder einer Abhängigkeit. Auf den zweiten Blick ist diese Korrelation sehr einleuchtend. Denn wie Sie sicher selbst nur zu gut wissen, ist man in dieser Phase tatsächlich bis zu 95 Prozent des Tages damit beschäftigt, an die neue Liebe zu denken.

„Limerenz“ für gesunden Nachwuchs

Verliebte verhalten sich also im Grunde kaum anders als psychisch Kranke. Im Wissenschaftsjargon wird der Zustand der Verliebtheit „Limerenz“ genannt. Er dient wohl nicht der reinen Fortpflanzung, sondern ist Nährboden für gesunden Nachwuchs. Um den aufzuziehen, braucht es Zwei, die zumindest eine Zeit lang nur füreinander da sind.