Fakten rund ums Verliebtsein …

Kurioses Halbwissen über das Kribbeln im Bauch gibt es zur Genüge. Was davon stimmt tatsächlich? Entdecken Sie jetzt unterhaltsame Fakten - wissenschaftlich überprüft und für wahr befunden.

Eines der schönsten Gefühle der Welt: das Kribbeln im Bauch. Leicht, schwerelos und mit einer rosaroten Brille auf den Augen durchs Leben tanzen – was kann es Schöneres geben? Kuriose Fakten über das Verliebtsein gibt es viele, doch was ist tatsächlich wahr und lässt sich sogar wissenschaftlich begründen? Finden Sie es heraus …

„Mir ist auf der Straße ein sehr armer, junger Mann begegnet, der verliebt war. Sein Hut war alt, sein Mantel abgetragen. Wasser rann durch seine Schuhe. Aber Sterne zogen durch seine Seele.“ schrieb der Schriftsteller Victor Marie Hugo einmal. Nicht ganz so romantisch, aber dafür nicht weniger interessant, sind unsere 6 Fakten über das Verliebtsein. Viel Spaß beim Lesen und Verlieben!

1. Verliebtsein macht glücklich

Dass das Verliebtsein starke Glücksgefühle hervorruft, ist nicht nur eine weit verbreitete Annahme, sondern lässt sich tatsächlich neurobiologisch erklären. So stellten Wissenschaftler bei frisch Verliebten ein erhöhtes Dopamin- und Neurotrophin-Vorkommen im Blut fest. Während die Dopamin-Ausschüttung zu einem stärkeren Hochgefühl führt und hilft, sich auf eine monogame Sexualbeziehung einzulassen, ist der Botenstoff Neurotrophin für die typische Euphorie zu Beginn einer Partnerschaft verantwortlich.

2. Verliebtsein macht attraktiv

Verliebte haben ein ständiges Lächeln im Gesicht, sie sind selbstbewusster und auch alltägliche Tätigkeiten gehen ihnen leichter von der Hand. Dieses Wohlbefinden strahlen sie nach außen aus, weshalb sie auf andere automatisch anziehender wirken.

3. Verliebtsein macht süchtig

Mehrere Hirnregionen spielen beim Verliebtsein zusammen. So ist hier besonders der Hypothalamus aktiv, der für Verlangen und Sehnsüchte zuständig ist, ähnlich wie auch bei Suchtkranken. Verliert man dieses Glücksgefühl, lässt sich Liebeskummer durchaus mit einem Drogenentzug vergleichen, so Professor Helmut Schatz, Hormonspezialist. Außerdem kann die vermehrte Ausschüttung der Neurotransmitter schnell zwanghafte Formen annehmen. Bis zu vier Stunden am Tag beschäftigen sich Verliebte mit ihrem Objekt der Begierde, fand die Psychiaterin und Neurobiologin Donatella Marazziti heraus. Verantwortlich dafür ist vor allem der niedrige Serotoninspiegel der Verliebten.

4. Verliebtsein macht blind

Ein Kribbeln im Bauch und die rosarote Brille auf den Augen: Das Gefahrenbewusstsein ist bei Verliebten weniger stark ausgeprägt, sie stürzen sich oft trotz aller guten Ratschläge ins Abenteuer Beziehung. Der Neurobiologe Andreas Bartels fand mittels Kernspintomographen heraus, dass bei Verliebten im Gehirn das Belohnungszentrum verrückt spielt, während in Regionen, die beispielsweise für Angst oder das Lösen von Problemen zuständig sind, keine Aktivität festgestellt wurde. Den Partner vollkommen objektiv zu betrachten ist in diesem Zustand also nur schwer möglich und wir sehen zudem leichter über Fehler des anderen hinweg.

5. Verliebtsein bedeutet Stress

Wenn wir verliebt sind, tobt eine Vielzahl von Botenstoffen durch unseren Körper. Die vermehrte Adrenalin- und Cortisol-Ausschüttung putscht auf und versetzt uns in höchste Anspannung. Diese Stresshormone machen uns impulsiver und aktiver – biologisch gesehen ist Verliebtsein also Stress. Eine Art von Stress aber, die sich jeder nur wünschen kann und die unser Körper auch lange aushält.

6. Verliebtheit hält circa ein Jahr

Für immer verliebt, für immer dieses Kribbeln und Schmetterlinge im Bauch: Das wäre schön, entspricht aber nicht der Realität. Ein italienischer Forscher fand heraus, dass sich der Hormonhaushalt von frisch Verliebten nach circa einem Jahr wieder auf den Normalwert einpendelt. Das ist nicht unbedingt schlecht, aus Verliebtheit wird Liebe und die Beziehung befindet sich nun auf einer neuen Stufe.

Dennoch heißt es nicht für immer Kribbel-Gefühl ade! Auch in langjährigen Partnerschaften kann es noch kribbeln: Spontanität, der Reiz des Neuen und Orgasmen regen beispielsweise die Dopamin-Produktion an und auch das Kuschelhormon Oxytocin trägt seinen Teil zu den ersehnten Glücksgefühlen bei.

(1) PIKSEL/iStock/Thinkstock