Heute schon geknuddelt?

Am 21. Januar ist Weltknuddeltag. Eindeutig ein Anlass, zu mehr Knuddelei aufzurufen. Denn jeder achte Deutsche leidet an zu wenig körperlicher Nähe, fand eine Forsa-Umfrage heraus. Dabei sind Berührungen heilsam und lebensnotwendig ...

Vor 26 Jahren rief der Amerikaner Kevin Zaborney den „National Hug Day“ ins Leben, der sich inzwischen zum „Weltknuddeltag“ ausgeweitet hat. Zaborney wählte extra einen Tag im tiefsten Winter, da besonders in den kalten, dunklen Tagen eine spontanen Berührung schlechter Laune entgegenwirken kann. Und die Deutschen haben das Knuddeln bitter nötig: Jeder achte Bundesbürger leidet an einem Mangel an körperlicher Nähe, stellte eine Forsa-Umfrage zum deutschen Berührungsverhalten im vergangenen Jahr fest.

Knuddeln für den Weltfrieden

Das ist zwar eine schöne Vorstellung, der Sinn hinter dem Weltknuddeltag ist allerdings ein ganz anderer. Unsere westliche Gesellschaft lässt immer weniger körperliche Nähe zu. Der Weltknuddeltag soll deshalb jedem einen Anlass geben, andere zu umarmen, sofern sie das auch möchten. Kuschelseminare, in denen eine ganze Gruppe wildfremder Menschen stundenlang ohne sexuelle Hintergedanken miteinander kuschelt, sind im Prinzip nichts anderes. Vor allem in Amerika haben sich inzwischen auch „Free hugs“-Kampagnen etabliert. Dabei bieten Menschen auf der Straße mittels Schildern kostenlose Umarmungen an.

Berührungsarmes Deutschland

Auch die Deutschen fühlen sich von ihren Mitmenschen, ihrem Arzt und sogar ihrem Partner zu wenig berührt. Das bestätigte neben der Forsa-Umfrage auch eine vom Südwest-Verlag in Auftrag gegebene Umfrage. Den meisten Deutschen sind Berührungen wichtig und dennoch erfahren sie im Alltag für ihren Geschmack zu wenig der wohltuenden körperlichen Nähe. Immerhin 85,7 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass eine Partnerschaft ohne Zärtlichkeit nicht funktioniert. Doch was tun, wenn es keinen Partner gibt, mit dem man Zärtlichkeiten austauschen kann? Durchschnittlich jeder Dritte ist sogar bereit, für Berührungen zu zahlen. Etwa in Form von Massagen oder der Kopfwäsche beim Friseur. Und das gilt deutlich

Heilmittel Körperkontakt

Dabei sind Berührungen für den Menschen so lebensnotwendig wie Essen und Schlaf. Babys brauchen körperliche Nähe für eine gesunde Entwicklung, Sportteams mit viel Körperkontakt sind erfolgreicher und Testpersonen erzielen in Verhaltensstudien nach einer aufmunternden Berührung am Arm bessere Resultate. Die Visite eines Krankenhausarztes empfinden Patienten als doppelt so lang, wenn der Arzt sie dabei berührt hat. Das Touch Research Institut der Universität Miami fand heraus, dass schon das Auflegen einer Hand die Produktion von Stresshormonen senkt, Aggressionen abbaut und anregend auf die Ausschüttung von Entspannungshormonen wirkt.

Zögern Sie also nicht und nutzen Sie heute die Gelegenheit, alle Ihre Liebsten mal wieder so richtig fest zu drücken!