Ein Buch wie Amors Pfeil

Würden wir das Wort "Liebe" streichen, wären mehr als 90 % aller Filme, Lieder und Bücher verschwunden. Aber warum beschäftigt uns das Thema Liebe so sehr und warum lieben wir eigentlich? Aufschluss darüber soll das Buch „Liebe. The World Book of Love“ geben ...

Sie ist ein Wunder und ein Mysterium: die Liebe. Sie begleitet uns jeden Tag. Wir reden über sie, tauschen unterschiedliche Ansichten aus und wir suchen und leben sie auf ganz verschiedene Art und Weise. Würden wir das Wort „Liebe“ streichen, wären mehr als 90 % aller Filme, Lieder und Bücher verschwunden.
Aber warum lieben wir eigentlich? Aufschluss darüber soll das Buch „Liebe. The World Book of Love“ von Leo Bormans bringen. Mehr als 100 Psychologen, Soziologen und Philosophen aus der ganzen Welt teilen darin ihre Erkenntnisse zum schönsten aller Gefühle mit uns.

Die vielen Gesichter der Liebe

Das Buch befasst sich auf über 300 Seiten mit den vielen verschiedenen Facetten der Liebe. Ob positive Aspekte wie Leidenschaft, Hingabe und Vertrauen, oder aber auch den unangenehmen Gefühlen wie Eifersucht, Scham und Missbrauch. Alle denkbaren Beziehungen zwischen Menschen, die auf Liebe basieren, werden angesprochen. Dabei ist nicht nur die romantische Liebe gemeint, sondern auch elterliche Liebe und die Sorge um alte Menschen. Von wissenschaftlich belegten Theorien bis hin zu persönlichen Erfahrungsberichten ist in diesem Buch alles zu finden.

Liebeswissenschaften

Sind es in Wirklichkeit nur Hormone, die uns all diese wundervollen Gefühle spüren lassen? Lässt sich das Gefühl der Liebe allein durch Wissenschaft erklären? Auch das nimmt das Buch genau unter die Lupe. Vor gar nicht allzu langer Zeit durfte das Thema „Liebe“ nicht einmal an den Universitäten erforscht werden. Die Begründung: „Warum sollten wir Geld für Studien über etwas so Unnützes und Frivoles wie die Liebe ausgeben?“ Aber die Zeiten haben sich geändert. So entdeckte beispielsweise im Jahr 2004 Paul J. Zak die neurochemische Substanz Oxytocin, die in unserem Hirn darüber entscheidet, wem wir vertrauen können. Dies brachte ihm den Spitznamen „Dr. Love“.

Liebe der Kulturen

War die Liebe schon immer da? Im Buch wird der Entstehungsweg der „modernen“ romantischen Liebe geschildert. Die Vorstellungen von Ehe, Liebe und Zusammenleben waren nicht immer dieselben. Die Kulturhistorikerin Hsu-Ming Teo ist sich sicher, dass Liebesgefühle zwar universell sein mögen, aber dass die Ausdrucksformen und Rituale romantischer Liebe kulturspezifisch sind und sich im Lauf der Zeit verändern. Sie ist der Meinung, dass Liebe in ihren kulturspezifischen Erscheinungsformen untersucht werden sollte. Gerade deshalb ist es so spannend, dass in diesem Buch das fundierte Wissen einer internationalen Riege von Forschern verschiedenster Fachrichtungen zu diesem von Mythen besetzten Thema gesammelt wird.

Die Erkenntnisse

Von der Aufregung der ersten Liebe bis zu den Geheimnissen der Liebe im Alter, von den Prägungen der sexuellen Orientierung bis zu Ratschlägen für anhaltendes Glück in einer Partnerschaft ist in diesem Buch alles vertreten. Geht es um Geld, Sex oder Vertrauen? Und gibt es allgemeine Regeln für die Liebe? Es werden viele spannende Erkenntnisse, Theorien und Fakten zur Liebe geboten. Und obwohl auch nach diesem Buch noch viele Fragen und Geheimnisse offen bleiben, steht am Ende des Buchs ganz klar die Botschaft: Entscheide Dich für die Liebe!

Über den Herausgeber

Leo Bormans, der Herausgeber des Buchs „Liebe. The World Book of Love“, ist Journalist und Autor. Sein neues Buch “Liebe. The World Book of Love” schließt an den Erfolg seines Werks “Glück. The World Book of Happiness” an, welches 2011 erschien. Er studierte Sprachwissenschaften und Philosophie in Belgien und gründete vor zwanzig Jahren die Zeitschrift „Klasse“, die sich zu einem international beachteten Kommunikationsprojekt entwickelt hat.

Bildquelle(Autor): © Yann Bertrand