Geheimnisse des Verliebens

Glauben Sie an Liebe auf den ersten Blick? Schön, dann haben Sie sich wahrscheinlich schon einmal selbst auf den ersten Blick verliebt. Aber was passiert, wenn wir uns verlieben - alles nur Hormone? Nicht ganz, Sie können das durchaus beeinflussen ...

Glauben Sie an Liebe auf den ersten Blick? Schön, dann haben Sie sich höchstwahrscheinlich schon einmal selbst auf den ersten Blick verliebt. Dies zeigte zumindest eine von Jacobs Krönung 2012 in Auftrag gegebene Studie. Aber es muss ja nicht gleich Liebe sein, sich in jemanden „zu verknallen“ geht in der Regel ähnlich einfach und schnell.

Aber was passiert eigentlich, wenn wir uns (auf den ersten Blick) verlieben? Alles nur Hormone? Nicht ganz. Ein bisschen beeinflussen können Sie das Verlieben durchaus.

Zusammenspiel von Körper und Umwelt

Manfred Hassebrauck, Professor für Sozialpsychologie und wissenschaftlicher Berater von LoveScout24, erforscht seit Jahren menschliche Emotionen im Hinblick auf Liebe und Partnerschaft und kam zu dem Schluss: Ob und wann wir uns verlieben, hängt nicht nur von Äußerlichkeiten und Attraktivitätsmerkmalen ab, sondern auch vom Verhalten der Personen und der jeweiligen Situation.

Simple Liebes-Taktiken

Strategisch kann man das Verlieben leider trotzdem nicht angehen. Zu subjektiven Sympathien und Geschmäckern kommen körperliche Funktionen, die wir nicht bewusst steuern können. Dennoch gibt es begünstigende Umstände, weiß Professor Hassebrauck. Es nützt zum Beispiel nichts, sich nur rar zu machen.
Signalisiert man der Person seines Interesses jedoch, man sei begehrt und unnahbar, aber für diese eine Person erreichbar, funktioniert es wie beim letzten Stück Kuchen: Wenn jeder es haben will, erscheint es noch leckerer – und erst recht, wenn es unseren Namen riefe.

Die Situation macht’s

Auch einfache Erregungssituationen können begünstigend wirken, wenn es ums Verlieben geht. Gemeinsam durchgestandene „Extrem-“ oder Prüfungssituationen oder Momente, die beide zum ersten Mal erleben, führen zu einer ganz natürlichen körperlichen Aufregung. Diese koppeln wir aber unbewusst an die andere Person und kommen zu dem Fazit „Ich bin verliebt!“, auch wenn der Erregungszustand eigentlich mit etwas ganz anderem zusammenhing.

Männer und Frauen verlieben sich anders

Der britische Psychologe Professor Alexander Gardner von der Glasgow Caledonian University fand in einer Studie heraus, dass sich das männliche Verlieben vom weiblichen unterscheidet. Männern reicht oft das Aussehen, die Ausstrahlung, eine Geste oder wenige gewechselte Worte um sich schlagartig zu verlieben. Frauen hingegen wägen erst einmal ab, ob sie sich geborgen fühlen oder ob er ein guter Vater wäre. Sie braucht dementsprechend viel mehr Dates, um herauszufinden, ob sie eine feste Partnerschaft eingehen will.

Die große Liebe

Laut der Studie finden Männer im Schnitt übrigens auch häufiger die große Liebe im Leben: ganze drei Mal nämlich, wohingegen Frauen angaben, nur eine große Liebe (gehabt) zu haben. Männer sagen auch schneller „Ich liebe dich“, und sie gaben viel häufiger an, schon einmal in eine Frau verliebt gewesen, aber nicht zurückgeliebt worden zu sein.

Ob man nun an Liebe auf den ersten Blick glaubt und sie entsprechend schon einmal selbst erlebt hat, ist im Wesentlichen eine Typfrage und nicht abhängig davon, ob man wirklich dem passenden Gegenüber begegnet. Aber denken Sie beim nächsten Flirt daran, einseitig erreichbar zu wirken und sorgen Sie beim Date für genügend Adrenalin, dann klappt’s vielleicht auch mit der großen Liebe …

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