Geheimnis Attraktivität

Warum fühlen wir uns zu bestimmten Menschen ganz besonders hingezogen? Attraktivität ist nicht gleichzusetzen mit Schönheit, sie umfasst auch die Wesensmerkmale eines Menschen. Erfahren Sie mehr über die 9 Säulen der Attraktivität ...

Stehen Männer nur auf Models und Frauen nur auf durchtrainierte Männer? Die Attraktivitätsforschung ist ein weites Feld, an der zudem eine Milliardenindustrie von Medien, Fitness und Schönheitschirurgie hängt. Doch Attraktivität ist nicht gleichzusetzen mit Schönheit, sie umfasst vor allem auch die Wesensmerkmale eines Menschen.

Der Durchschnitt macht’s

Gemeinsam sind wir schöner, fanden Forscher in unterschiedlichen Experimenten heraus. Zum einen beurteilten Probanden einer Untersuchung die Person auf einem Foto, bei dem mehrere „echte“ Gesichter übereinander gelegt wurden, automatisch als attraktiver. Zum anderen besagt beispielsweise der Cheerleader-Effekt, dass Menschen in einer Gruppe attraktiver wirken, als wenn man sie einzeln betrachtet.

Die 9 Säulen der Attraktivität

Bei oben erwähnten Untersuchungen wird allerdings meist nur auf Äußerlichkeiten geachtet. Die Attraktivität umfasst jedoch weit mehr als das. Prof. Karl Grammer (Evolutionsbiologe und Verhaltensforscher) spricht von neun allgemeingültigen Säulen der Attraktivität: Jugendlichkeit, Symmetrie, Zustand von Haut und Haar, Bewegung, Geruch, Stimme, Körpergröße, die Hormonmarkierungen (also zum Beispiel weibliche Rundungen oder männliche Muskeln) und Durchschnittlichkeit.

Ich kann dich gut riechen

Der Geruch unseres Gegenübers ist bei der Frage nach der Attraktivität besonders entscheidend. Dabei spielt in erster Linie nicht das Deodorant oder Parfum eine entscheidende Rolle, sondern der körpereigene Geruch. Denn jeder Organismus reagiert auf Stress, falsche Ernährung, Angst und sonstige Umwelteinflüsse anders und die Haut leitet diese verschiedenen Stoffe über die Poren aus.

Das Wesen eines Menschen macht ihn attraktiv

Attraktivität geht jedoch über die 9 Säulen Professor Grammers hinaus. Zwar sind wir leicht mit äußerlichen Merkmalen zu beeindrucken, dennoch ist es vor allem das Wesen eines Menschen, das ihn im Gesamten attraktiv erscheinen lässt – wenn auch manchmal nur auf den zweiten Blick. Charakter, Humor, Natürlichkeit, Ausstrahlung und Selbstbewusstsein sind dabei wichtig. Doch auch ein gepflegter Eindruck und Intelligenz sind bedeutende Faktoren. Dabei meint Intelligenz nicht das klassische Bildungsniveau. Es ist vielmehr die Fähigkeit, eine anregende und unterhaltsame Konversation führen zu können, die auf uns anziehend wirkt.

Männer und Frauen – der Unterschied

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass sich Frauen während ihrer fruchtbaren Tage besonders stark zu männlichen Attributen wie z.B. einem markanten Kinn hingezogen fühlen – mehr als dies sonst der Fall ist. Generell achten jedoch Männer vermehrt auf das Äußere bei Frauen, während für Frauen Intelligenz und Status wichtige Attraktivitätsmerkmale sind, so Prof. Karl Grammer.

Attraktivität bei der Partnerwahl

Attraktivität folgt nicht unbedingt klaren Regeln, denn vieles passiert unbewusst in unserer Wahrnehmung, ohne dass wir darauf selbst Einfluss haben. Äußerlichkeiten spielen zwar bei der Partnerwahl eine Rolle, dominieren aber nicht völlig. Es ist das gewisse Etwas, das Wesen unseres Gegenübers, zu dem wir uns hingezogen fühlen und das wir oftmals gar nicht in Worte zu fassen vermögen.

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