Mein Profil: Optimale Selbstdarstellung

Beim Online-Dating unterstützt das Datingportal bei der Auswahl passender Singles. Lust auf einen Kontakt kann aber nur der wecken, der sich optimal präsentiert. Und das ist gar nicht schwer, weiß Professor Manfred Hassebrauck ...

Manfred Hassebrauck, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Wuppertal, befasst sich als Beziehungsforscher mit der Partnersuche im Internet. Als Wissenschaftler hat er einen außergewöhnlichen Anspruch: Er möchte Singles mit seinen Forschungsergebnissen brauchbare Tipps für die Partnersuche geben.

Besonders spannend findet er das „Dating-Profil“, mit dem sich Singles bei Datingportalen präsentieren und den Auswahlprozess, der damit verbunden ist.

Die digitale Partnersuche beginnt mit einem Profil. Wie sollte dieses optimalerweise aussehen?

Manfred Hassebrauck: Wichtig ist auf jeden Fall zunächst einmal ein Foto. Selbst wenn man mit dem eigenen Aussehen nicht zufrieden ist, sollte man trotzdem ein Foto einstellen. Profile ohne Foto werden erheblich seltener kontaktiert. Es scheint, als ob bei fehlendem Foto die Anderen ohnehin das Schlechteste erwarten. Und über das Bild entsteht auch der erste Eindruck. Ich empfehle ein aussagekräftiges Portrait in einer neutralen Umgebung. Alternativ kann man sich auch bei einer Tätigkeit, der man gerne nachgeht, präsentieren.

Sollte man nun seine Schokoladenseite präsentieren oder bei den harten Fakten bleiben?

Ein Dating-Profil ist im Grunde ein Werbeauftritt. Genau wie viele Produkte nicht das halten können, was die Werbung verspricht, so führt auch manche Selbstdarstellung im Internet häufig zur Desillusionierung.

Manfred Hassebrauck: Die eigenen Schokoladenseiten – sofern sie denn echt sind – sollte man schon präsentieren. Auch wenn man außerhalb des Internets jemanden kennenlernt, erwähnt man ja nicht gleich am Anfang die eigenen Nachteile. Aber eine unrichtige Selbstdarstellung führt nicht zum gewünschten Erfolg. Irgendwann müssen wir nämlich die Erwartungen, die wir aufgebaut haben, auch erfüllen. Es nutzt ja beispielsweise nichts, sich als sportlich darzustellen, wenn man eigentlich ein Bewegungsmuffel ist.

Was muss ein ansprechendes und erfolgreiches Profil noch haben?

Der Erfolg beim Online-Dating steht und fällt mit dem Profil. Es sollte dem Leser eine gute Vorstellung vermitteln, welcher Mensch sich dahinter verbirgt und ihn neugierig auf einen Kontakt machen.

Manfred Hassebrauck: Die richtige Dosierung machts. Man sollte nicht zuviel von sich oder seinen Wünschen preisgeben, aber genug, um Lust auf mehr zu machen. Es geht darum, Interesse zu wecken und Ansatzpunkte für ein Gespräch zu liefern.

Professor Hassebrauck
Seine Forschungsarbeit hat der renommierte Sozialpsychologe den Themen Liebe, Partnerwahl und Beziehung gewidmet. Neben seiner Lehrtätigkeit hat er zahlreiche Bücher veröffentlicht. Als international gefragter Experte berät er LoveScout24 exklusiv.