Hochzeit in den Dünen

Kurz nach ihrem virtuellen Kennenlernen trafen sie sich das erste Mal. Die vielen Gemeinsamkeiten erstaunten sie, und so folgten dem ersten Treffen bald weitere. Im April 2007 zogen sie zusammen und Anfang 2008 beschlossen sie zu heiraten.

Gemeinsamkeit war damit schon vor der ersten Mail klar: Wir fahren beide gerne Motorrad. Schnell habe ich ihr eine Mail geschrieben und wenig später erhielt ich auch schon Antwort. Es entwickelte sich ein reger Mailaustausch. Und da ich nichts von wochenlangem Mailen und Telefonaten vor einem ersten Treffen halte, trafen wir uns wenige Tage später das erste Mal im „Sweet Virginia“, einem netten Restaurant in Hamburg Eppendorf.

Wir waren beide erstaunt, wie viele Gemeinsamkeiten wir hatten. Und auch sonst stimmte die Chemie einfach. Gleiche Hobbys, gleiche Vorlieben und Abneigungen – einfach Klasse! Dem ersten Treffen folgten bald die nächsten, der Rest ist Geschichte. Die anfängliche Euphorie wurde nicht enttäuscht und Ende 2006 entschlossen wir uns, eine gemeinsame Wohnung zu suchen. Es folgten ausgedehnte Renovierungen, die wir gemeinsam über die Bühne brachten. Selbst in dieser stressigen Zeit gab es keine Differenzen, keinen Unmut und keinen Zweifel an unserer Entscheidung. Im April 2007 zogen wir dann zusammen. Eine wunderschöne Zeit begann und wir haben den Entschluss bis heute nicht bereut.

Anfang 2008 entschlossen wir uns dann zu heiraten. Wir waren beide gleich der Meinung, dass es eine etwas andere Hochzeit werden sollte. Wenn man schon mit bummelich 50 Lebensjahren heiraten möchte, sollte es etwas anderes sein, als einfach nur zum Standesamt zu gehen. Aber Hochzeit auf einem Leuchtturm, auf einem Schiff – all das schien uns schon so ausgelutscht zu sein. Was nun?
Da kam Claudia auf die Idee „warum heiraten wir nicht in Namibia?“. Dorthin war für den Sommer 2008 seit längerer Zeit eine Reise geplant. Schnell wurde das Reisebüro angemailt, welches uns sofort und sehr freundlich behilflich war. Wir bekamen einen Vorschlag für den Ort der Hochzeit, die Zeremonie, konnten uns die Details zusammenstellen und es versprach, eine wunderschöne Sache zu werden. Erfahren hat vorher niemand von unseren Plänen! Wir wollten Familie und Freunde erst nach der Reise überraschen.

Auch die Reisegruppe, die ausschließlich aus Hobbyfotografen bestand, erfuhr unsere Pläne erst im Laufe der Reise. Übrigens eine tolle Vorstellung, dieses Ereignis mit einer Horde von weiteren 15 Fotografen zu erleben. Die Hochzeitsfotos waren bereits vor Beginn der Reise gesichert. Claudia ließ sich noch ein Hochzeitskleid schneidern, welches nach unserer Meinung zu diesem außergewöhnlichen Ort passen würde. Auch musste es ja zwei Wochen im Koffer ohne Schaden überstehen. Ein klassisches Hochzeitskleid konnten wir uns in Afrika nicht vorstellen.

Die Reise begann und wurde schon vor der Hochzeit ein Traum. Die Gruppe war nett, es herrschte eine tolle Stimmung, die Erlebnisse waren traumhaft, und so wurde aus den anfangs geplanten drei weiteren Teilnehmern, die mit zur Zeremonie kommen sollten, schnell fast die ganze Gruppe. Auch wurden zwei Teilnehmer der Gruppe zu Trauzeugen auserkoren.

Am Hochzeitsort angekommen fanden wir, dass es kaum einen schöneren Ort für unsere Hochzeit geben konnte. Wir wurden in die Dünen der Wüste Namib gefahren, wo uns ,unser‘ Pfarrer und alle Teilnehmer der Reise schon erwarteten.
Es wurde eine traumhafte und einzigartige Hochzeit. Wir waren total glücklich und genossen diese Zeremonie in vollen Zügen. Dass alles ausgiebig für die Nachwelt festgehalten wurde, braucht hier wohl nicht näher erwähnt zu werden. Nach der Rückkehr wurde natürlich mit Verwandten und Freunden gefeiert.

Seitdem sind jetzt fast zwei Jahre vergangen und wir sind nach wie vor glücklich. Und es sieht nicht so aus, als ob sich das irgendwann mal ändern wird.