Wiederholungstäter in der Partnerwahl

Fallen manche bei der Partnerwahl tatsächlich immer auf den gleichen Typ "rein"? Psychologen sagen Nein. Nur wenige Menschen sind wirklich Wiederholungstäter und das hat Gründe. Wieso die Partnerwahl mehr Wandel als Kontinuität zeigt ...

Bei Promis wie Boris Becker, Kate Moss und Leonardo Di Caprio scheint immer das gleiche Modell Hochkonjunktur zu haben. Dies ist jedoch ein unübliches Verhalten, sagen Psychologen. Es gibt nur wenige Menschen, die in Sachen Beziehung wirklich Wiederholungstäter sind.

Unsere Partnerwahl zeigt mit gutem Grund mehr Wandel als Kontinuität.

Immer die gleichen Fehler?

Dass manche Menschen sich optisch oder charakterlich von einem bestimmten Typ angezogen fühlen, ist nicht nur in der Promiwelt, sondern auch im Bekanntenkreis zu beobachten. Glaubt man. Fallen im schlechtesten Falle manche Menschen wirklich immer wieder auf den gleichen Typ rein und lernen nicht aus ihren Fehlern?

Boris-Becker-Phänomen

„Nein“, sagt Sozialpsychologe Professor Manfred Hassebrauck, „in der Partnerwahl gibt es sogar viel mehr Wandel als Konstanz.“ Ein Beuteschema, wie es bei Boris Becker zu beobachten ist, sei eher eine Ausnahme. Es fiele uns auch nur deshalb so auf, weil es sich eben um Boris Becker handele, weiß Professor Hassebrauck. Empirischen Nachweise dafür, dass die Allgemeinheit ähnlich tickt, gibt es keine.

Lieber alles neu

Ganz im Gegenteil. Bei den Meisten unterscheidet sich der neue Partner sogar deutlich vom vorhergehenden. Aus Sicht des Psychologen Professor Wolfgang R. Hantel-Quitmann suchen wir uns Partner, die uns in unserer eigenen Entwicklung voranbringen. Nach einer Trennung haben diejenigen besonders gute Chancen bei uns, die dem Ex-Partner möglichst wenig gleichen und stattdessen viele neue Seiten an uns hervorbringen können.

Voneinander lernen

Viele Beziehungen werden aufgrund ganz individueller Liebes- und Lebensthematik eingegangen. Wir streben beständig danach, ungelöste Fragen der Vergangenheit zu lösen und uns zu entwickeln. Das klappt gut mit einem einzigen Partner, aber manchmal hat eine Beziehung ausgedient. Ein bisschen charakterliche Unterschiedlichkeit ist deshalb gar nicht so verkehrt. Bemühen sich beide, können sie im besten Fall viel voneinander lernen.