Über Liebe, Sex und Lust

Erfahren Sie mehr über die schönste Nebensache der Welt: Das Buch "Sex. Die ganze Wahrheit" präsentiert Lust und Liebe in neuem Kontext sowie spannende Erkenntnisse der Wissenschaft, die mit Beispielen veranschaulicht werden.

Sex ist überall: in den Zellen, im Gehirn, in der Psyche, in der Natur. Erfahren Sie aus verschiedenen Blickwinkeln mehr über die schönste Nebensache der Welt, über die Macht der körperlichen Anziehung und das Mysterium Schönheit …

Die heutige Sexualwissenschaft ist ein multidisziplinäres Fach und umfasst Bereiche der Biologie, der Psychologie sowie der Soziologie. Der Biochemiker und Wissenschaftsjournalist Pere Estupinyà liefert mit viel Neugier und Humor interessante Einblicke rund um unser Sexualleben – auf psychischer aber auch körperlicher Ebene. Sein Buch „Sex. Die ganze Wahrheit“ ist kein Ratgeber, es erklärt vielmehr wissenschaftliche Ergebnisse verständlich und mit wahren Geschichten illustriert. Es behandelt eine Vielzahl von Themen und spricht dabei auch zahlreiche Tabus offen an.

Mysterium Schönheit

Weder Männer noch Frauen haben ein klassisches Beuteschema: Denn wen wir tatsächlich attraktiv finden, hängt von unserem momentanen physiologischen Zustand und Gemütszustand ab, so das Ergebnis mehrerer Studien. Außerdem muss auch zwischen kulturellen und sozialen Einflüssen unterschieden werden, die für die Wahrnehmung von Schönheit eine Rolle spielen. Drei universelle Schönheitsmerkmale gibt es laut Estupinyà aber trotzdem: Symmetrie von Gesicht und Körper, Durchschnittlichkeit – ein gesundes Mittelmaß also – und typisch geschlechtsspezifische Merkmale (wobei es hier schon wieder schwierig wird, diese allgemeingültig zu definieren).

Vibratoren, Gleitmittel und Alkohol

Laut einer amerikanischen Studie haben 52,5 Prozent der befragten Frauen schon mal einen Vibrator benutzt, egal ob aus reiner Neugier, um leichter zum Orgasmus zu kommen oder auf Bitten des Partners. Die große Mehrheit war der Ansicht, dass ein solches Hilfsmittel zur Verbesserung ihres Sexuallebens beigetragen hat, ebenso wie die Verwendung von Gleitmitteln. Also einfach mal ausprobieren!

Besonders trügerisch ist die Wirkung von Alkohol. Auf der einen Seite fühlen sich Frauen schneller erregt, euphorisierter und enthemmter. Auf der anderen Seite fällt es aber schwer zum Orgasmus zu kommen, wenn man etwas über den Durst getrunken hat, da unser Gehirn in einem solchen Fall viel langsamer funktioniert.

Meditation und Yoga steigern die Lust

Der kanadischen Psychologin Lori Brotto zufolge gibt es viele Frauen, deren Genitalien perfekt funktionieren, die jedoch trotzdem keine körperliche Erregung empfinden können, da sie es nicht schaffen, mental abzuschalten. Diesem Problem und vielen anderen in diesem Zusammenhang kann mit Meditation und Yoga Abhilfe geschafft werden, ergab eine 2010 veröffentlichte Studie. Bei Männern verstärkte sich die Erektion, außerdem nahmen die Kontrolle über die Ejakulation, das Vertrauen und die Befriedigung nach dem Geschlechtsverkehr zu. Bei Frauen waren die Folgen sogar noch umfassender: Nicht nur Verlangen und Erregung, sondern auch das Erreichen des Orgasmus und die Befriedigung wurden demnach gesteigert.

Auf die Breite kommt es an

45 Prozent der befragten Männer gaben an, mit ihrem Penis nicht zufrieden zu sein. Dabei ist für die Damenwelt die Länge des männlichen Glieds bedeutungsloser als für die Männer selbst. Eine holländische Studie fand heraus, dass 55 Prozent der Frauen die Länge des Penis für unwichtig, 20 Prozent sogar für sehr unwichtig hielten. Viel wesentlicher ist hingegen die Dicke, so 45 Prozent der Frauen. Im Allgemeinen sind es aber vor allem geschickte Bewegungen und die individuellen Vorlieben, auf die es ankommt.

Sex und Gesundheit

Ein befriedigendes Sexualleben hat nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf emotionaler Ebene positive Auswirkungen. Es verbessert das Selbstwertgefühl, wir fühlen uns energiegeladener und befinden uns im psychischen Gleichgewicht. Auch wenn dies ebenfalls Auswirkungen auf Körper und Seele hat, lässt sich nur schwer nachweisen, dass Sex die Gesundheit nennenswert verbessert. Wir sollten lieber gesund sein, um guten Sex zu haben, statt Sex für eine bessere Gesundheit zu nutzen, so Pere Estupinyà.

Über den Autor

Der spanische Biochemiker und Wissenschaftsjournalist Pere Estupinyà veröffentlichte bereits mehrere Artikel und Bücher auf dem Gebiet der Hirnforschung. Er war verantwortlich für das wichtigste wissenschaftliche Fernsehprogramm in Spanien (REDES), unterrichtete an der Ramon Lull Universität in Barcelona und arbeitete in den USA als Berater in zahlreichen Institutionen. Am 21. April 2014 erschien im Riemann Verlag sein neuestes Buch mit dem deutschen Titel „Sex. Die ganze Wahrheit“.