Das Revival der Romantik im Netz

Nirgendwo geht es heute romantischer zu als im World Wide Web. Das findet Autor Christian Schuldt. In seinem neuen Buch „Romantik 2.0 – Vom Suchen und Finden der Liebe im Internet“ räumt er nicht nur mit Vorurteilen über Online-Dating auf, sondern verrät auch Praxistipps für die virtuelle Partnersuche.

Nirgendwo geht es heute romantischer zu als im World Wide Web. Das findet Autor Christian Schuldt. In seinem neuen Buch „Romantik 2.0 – Vom Suchen und Finden der Liebe im Internet“ räumt er nicht nur mit Vorurteilen über Online-Dating auf, sondern verrät auch Praxistipps für eine virtuelle Partnersuche mit Happy End.

Denn Christian Schuldt muss es ja schließlich wissen. Der 42-jährige Buchautor ist seit gut fünfeinhalb Jahren mit seiner Online-Liebe verheiratet. Und nach eigener Aussage „immer noch verliebt wie am ersten Tag“. Damit ist er nicht allein. Dass Menschen, die sich online kennen gelernt haben und später heiraten, mit ihrer Ehe zufriedener sind, ist auch das Ergebnis einer aktuellen Studie der University of Chicago.

Nach Christian Schuldts Ansicht liegt das daran, dass „wir uns online spiegelverkehrt kennen lernen, von innen nach außen“. Anders gesagt: Bevor jemand seinen Flirtpartner real trifft, werden erst einmal Nachrichten miteinander ausgetauscht. Dabei lernen beide im Vorfeld die Persönlichkeit des Online-Gegenübers kennen, quasi seine inneren Werte. Ein Vorteil gegenüber dem Kennenlernen in der Disco oder im Club.

Rätselhafte Nicknamen erhöhen Erfolgschancen beim Online-Dating

Christian Schuldt (Foto): „Weil schon vor dem ersten Treffen eine gemeinsame Basis aufgebaut werden kann, sind Online-Beziehungen erwiesenermaßen stabiler und leidenschaftlicher.“ In seinem Buch gibt er aber auch Antworten auf viele Fragen, die Singles auf den Nägeln brennen, wenn sie sich bei einem Datingportal anmelden. Zum Beispiel, welche Nicknamen erfolgreicher sind als andere. Gutes Stichwort.

Für welches Pseudonym hat sich Christian Schuldt damals entschieden? „Für den Namen des Helden aus meinem Lieblingsroman.“ Sein Ratschlag: Das Pseudonym sollte immer etwas rätselhaft sein und ein Stück von der Persönlichkeit verraten. Neben handfesten Tipps für Singles, die im Netz auf Partnersuche gehen, bietet „Romantik 2.0“ aber auch einen Streifzug durch die Kulturgeschichte des Liebescodes.

Für die Liebe im Netz gilt: Die Zukunft ist weiblich

Dieser Code liefert die Muster, nach denen wir uns kennenlernen und bestenfalls verlieben. Früher wurden Gefühle in Gedichten oder Romanen zu Papier gebracht. Auch von so bekannten Dichternamen wie Kafka, Rimbaud oder Saint-Exupéry. Heute sind E-Mails der emotionale Schlüssel zum Erfolg. Schuldt: „Die Dating-Dialoge im Netz sind ein modernes Gegenstück zu den gefühligen Romanwelten der Vergangenheit.“

In diesem Sinne erlebt die Old-School-Romantik ihr Revival im Internet: Romantik 2.0. Und Schuldt wagt auch einen Ausblick in die kommende Welt des Online-Datings. „Die Zukunft ist weiblich“, so seine Prognose. Das liegt nicht nur an der demografischen Entwicklung, sondern auch an den Vorteilen des Online-Datings, die Frauen schätzen: Anonymität, Sicherheit und die Möglichkeit, das Kennenlernen zu steuern.

Männer sollten ihre weibliche Seite entdecken

Ja, und was heißt das für Männer, die Frauen über das Internet kennen lernen möchten? „Männer sollten ihre weibliche Seite entdecken und soziale Kompetenzen zeigen – oder sich diese zumindest aneignen: einfühlsam, kommunikativ, höflich sein.“ Wie das funktioniert, erklärt Christian Schuldt auch in „Romantik 2.0“.

Die 5 wichtigsten Tipps fürs Online-Dating von Christian Schuldt

Lernen Sie sich selbst kennen!
Welche Form von Beziehung wollen Sie? Welche Eigenschaften sollte Ihr Partner mitbringen? Wenn Sie sich im Vorfeld diese Fragen stellen, werden Sie sich besser über Ihre eigenen Bedürfnisse klar.

Lieben Sie die Wahrheit!
Ein Grundgebot beim Online-Dating lautet: Setzen Sie sich ins rechte Licht – aber nur so weit, dass Sie auch offline wiederzuerkennen sind.

Achten Sie auf die Tonlage!
Die erste Kontaktaufnahme per E-Mail sollte Interesse am Gegenüber signalisieren. Gleichzeitig sollten Sie Ihrem Flirtpartner nicht zu nahe treten. Bitte Balance halten!

Kontrollieren Sie Ihr Kopfkino!
Liebe macht blind. Gilt auch für Online-Dating. Auch wenn Kopfkino romantisch ist, idealisieren Sie Ihr Online-Date im Vorfeld nicht allzu sehr.

Nehmen Sie es leicht!
… aber nicht auf die leichte Schulter. Verlieren Sie nicht gleich den Mut, wenn die Antwort Ihres Flirtpartners ausbleibt oder es nicht sofort mit der großen Liebe klappt.

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