Karneval und Beziehung: Wie viel (fremd-)flirten ist erlaubt?

Der Karneval erreicht in seinen Hochburgen den Siedepunkt. „Bützchen“ werden verteilt und es wird munter drauflos (fremd-)geflirtet. Muss man es in der fünften Jahreszeit mit der Treue also nicht so genau nehmen? Wir haben unsere Beziehungsexperte Dr. Katharina Ohana gefragt!

Es ist endlich soweit: Der Karneval beziehungsweise Fasching erreicht in seinen Hochburgen den Siedepunkt. In vielen Regionen herrscht hierbei im wahrsten Sinne des Wortes Narrenfreiheit: „Bützchen“ werden verteilt und es wird munter drauflos ge- und fremdgeflirtet. Muss man es in der fünften Jahreszeit mit der Treue also nicht so genau nehmen? Mitnichten, meint Dr. Katharina Ohana, Psychologin und Beziehungsexpertin bei LoveScout24. Zwar sei gegen einen kleinen Flirt nicht unbedingt etwas einzuwenden, ein Seitensprung bleibe aber ein Tabu. Ohana: „In einer funktionierenden Beziehung sollte erst gar kein Gedanke ans Fremdgehen auftauchen.“

Treue und Vertrauen seien grundlegend für den Menschen als Beziehungswesen, erklärt Ohana. Man müsse sich aufeinander verlassen können, das sei schon immer und in allen Kulturen überlebenswichtig gewesen: „Das gilt für den Familienverbund und für andere soziale Gemeinschaften, aber vor allem für die Zweierbeziehung.“ Menschen wollten, dass jemand für sie da sei, wenn es ihnen im Job oder gesundheitlich einmal schlecht gehe. Dadurch erkläre sich die Bedeutung der Zweierbeziehung mit ihrem Fokus auf Vertrauen und Treue. „Das bedeutet, dass das Prinzip der Treue auch im Karnevalstrubel nicht zur Disposition stehen darf.“

Karneval und Beziehung: Was du nicht willst, was man dir tu…

„Ein Flirt als nettes Gespräch mit einem anderen sollten immer ok sein, aber dadurch darf die Beziehung mit dem festen Partner nicht in Frage gestellt werden“, betont die LoveScout24-Beziehungsexpertin. Vertrauen und Respekt müssten auch im Karneval gewahrt bleiben: „Das Motto heißt: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Mit anderen Worten: Beim Fremdflirten sollte jeder die Grenze ziehen, die er auch vom Partner erwarten würde.“ In einer intakten Beziehung würde ohnehin erst gar kein Gedanke ans Fremdgehen auftauchen, sei dies doch der Fall, stimme etwas in der Beziehung nicht.

Die Königsdisziplin der Psyche

Die Münchner Psychologin hält eine Liebesbeziehung nicht nur im Karneval für die Königsdisziplin der Psyche: „Am Verhalten in der Liebesbeziehung zeigt sich, wie reif beziehungsweise unreif man eigentlich ist.“ Es muss einem selbst klar sein, dass man sich im Flirt mit anderen Menschen Bestätigung von außen für die eigene Attraktivität und das Selbstwertgefühl holt. Die grundlegende Bestätigung für das Selbstwertgefühl sollte man sich allerdings immer in der eigenen Liebesbeziehung holen, so Ohana. „Menschen, die in ihrer Beziehung viel Bestätigung haben, flirten erwiesenermaßen viel weniger als diejenigen, die diese Bestätigung in ihrer Beziehung vermissen.“

Auf Beichte verzichten

Und wenn „es“ doch passiert ist? „Das Beichten eines One-Night-Stands ist keine Lösung“, sagt Ohana. Damit gestehe man nicht nur den Vertrauensbruch, sondern überlasse dem betrogenen Partner auch noch die undankbare Aufgabe, damit umzugehen. Besser sei es, auf die „Beichte“ zu verzichten und sich selbst kritisch zu hinterfragen, warum der Seitensprung überhaupt passieren konnte.

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