Flirten in Zeiten von #MeToo

Blickkontakt, ein verschmitztes Lächeln, ein erstes Gespräch und dann eine Berührung: Das ist Flirten. Doch in Zeiten von #MeToo kann ein harmloser Flirt als etwas ganz Anderes gedeutet werden: sexuelle Belästigung. Das geht aus einer aktuellen Studie von LoveScout24* hervor, in der 29 Prozent der Deutschen angeben, dass ein Flirtversuch heutzutage schneller als sexuelle Belästigung eingestuft wird. Sie möchten beim Flirten weiterhin Spaß haben aber zugleich auf der sicheren Seite sein? Wir verraten Ihnen wie!

Proud. #WomensMarch #PowerToThePolls

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#MeToo als Frauenrechtsbewegung und Kampf gegen sexuelle Belästigung

Der Hashtag wurde durch Alyssa Milano berühmt. Die Schauspielerin half ihn via Social Media zu verbreiten und so auf das weite Ausmaß von sexueller Belästigung aufmerksam zu machen, indem sie Betroffene bestärkte, den Hashtag zu verwenden. #MeToo ist eine Reaktion auf den bekannt gewordenen Weinstein-Skandal. Der Filmproduzent Harvey Weinstein wird von über 80 Frauen der sexuellen Nötigung und sogar Vergewaltigung bezichtigt. Doch nicht nur in der Filmindustrie und vor allem in Hollywood begann man, über ein offenes Geheimnis zu sprechen. Der Skandal schlug sogar Wellen bis in die Politik: Der englische Verteidigungsminister trat zurück, nachdem bekannt wurde, dass er einer Journalistin während eines Dinners im Jahre 2002 mehrfach ans Knie gefasst habe. Auch „normale“ Frauen posteten unter dem Hashtag ihre eigenen Erfahrungen mit sexueller Belästigung. Daraus entstand eine moderne Bewegung, die sich für die Rechte der Frauen einsetzt.

So flirtet ER in Zeiten von #MeToo unbesorgt

30 Prozent der Frauen und 29 Prozent der Männer sind der Meinung, dass Flirtversuche in Zeiten von #MeToo schneller als sexuelle Belästigung eingestuft werden und 13 Prozent sehen darin negative Folgen für die Partnersuche, obwohl sie die Debatte für sehr wichtig halten. Während aber nur drei Prozent der Frauen finden, dass #MeToo einen negativen Einfluss auf das Flirten hat, ist jeder zehnte Mann im Umgang mit dem anderen Geschlecht verunsichert. Wenn Sie als Mann allerdings ein paar Dinge beachten, kann nichts mehr schiefgehen. Wichtig ist beispielsweise die richtige Location. Flirten am Arbeitsplatz ist ein No Go, da dort Machtverhältnisse und Abhängigkeiten im Spiel sind und dies von den Damen schnell als sexistisch aufgefasst werden kann. Gefällt Ihnen Ihre Kollegin wirklich, können Sie sie nach Dienstschluss natürlich ansprechen und um ein Date bitten. Auf der Straße oder im Club/Bar ist Flirten hingegen kein Problem. Jedoch gilt auch hier die Regel: Bleiben Sie ein Gentleman! Zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite, seien Sie sympathisch und unaufdringlich. Beginnen Sie mit Blickkontakt und einem Lächeln. Beachten Sie dann die Reaktion Ihres Gegenübers: Ignoriert Sie die Person, vermeidet Augen- und Körperkontakt, hat sie keine Lust. Und das Allerwichtigste: NEIN heißt NEIN! (§ 177 Strafgesetzbuch).

Neue Chancen für SIE bei der Partnersuche

Da 19 Prozent der Deutschen der Ansicht sind, Männer hätten es in Zeiten von #MeToo schwerer, Frauen anzusprechen, ergeben sich neue Chancen für SIE bei Flirts und der Partnersuche. Denn nun muss „frau“ selbst stärker die Initiative übernehmen, wenn sie an einem Mann interessiert ist (17 Prozent der Deutschen sehen das genauso). Ferner trägt laut 13 Prozent der Männer und 11 Prozent der Frauen #MeToo dazu bei, dass sich Männer und Frauen beim Flirten und der Partnersuche auf Augenhöhe begegnen. Für Sie als Frau bedeutet das also: Trauen Sie sich ruhig einen Mann anzusprechen, der Ihnen gefällt. Er wird sich sehr darüber freuen und es Ihnen sicher danken. Und bestenfalls findet er Ihren Mut auch noch äußerst attraktiv. Aber ebenso wie für Männer, gilt für Frauen: Der Arbeitsplatz zum Flirten ist tabu. Begegnen Sie ihm außerdem mit Respekt und machen Sie nichts, was er eigentlich nicht möchte.

Online-Dating als sichere Lösung für SIE und IHN in Zeiten von #MeToo

Wenn Sie beim Flirten grundsätzlich auf Nummer sichergehen möchten, dann verwenden Sie die wohl einfachste Lösung und Antwort auf die #MeToo-Debatte: Online-Dating. Beim Online-Flirten können Sie ganz einfach Kontakt mit Ihrem Gegenüber aufnehmen, indem Sie ihn anschreiben. Hierfür müssen Sie zwar genau wie offline Mut aufbringen, allerdings müssen Sie sich nicht auf Ihre Körpersprache und die Signale der anderen Person konzentrieren. Auch wenn Sie einer Person näherkommen möchten, können Sie sie online erst mal nach einem Date fragen. In der Realität hingegen müssen Sie die Zeichen des Anderen deuten. Dies kann gerade in Zeiten von #MeToo bei Missinterpretation kritische Folgen haben.
Aber egal, ob Sie online oder offline auf Partnersuche sind: Flirten macht Spaß, also zögern Sie nicht die Initiative zu ergreifen, denn ein schöner Flirt kann der Start in eine romantische Beziehung sein.

 

*Quelle: www.LoveScout24.de/Ipsos; Basis: repräsentative Stichprobe von 1.000 Deutschen; Befragungszeitraum: Februar 2018

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