Über Singles und Paare

Mein Name ist Manfred Hassebrauck. Ich bin Professor für Sozialpsychologie und berate LoveScout24 bei der Weiterentwicklung ihres Angebots. Einmal im Monat berichte ich Ihnen in meiner Kolumne direkt zum Thema Paarbeziehungen.

Mein Name ist Manfred Hassebrauck. Ich bin Professor für Sozialpsychologie an der Bergischen Universität Wuppertal und berate LoveScout24 bei der Weiterentwicklung des hochwertigen Angebots. Einmal im Monat berichte ich Ihnen in meiner Kolumne direkt über meine Forschungen zum Thema Paarbeziehungen. Spannend, verständlich und anwendbar. Diesen Monat habe ich mich mit diesem Thema beschäftigt: „Über Singles und Paare“.

Deutschland ist „Single-Land“
In keinem anderen europäischen Land leben so viele Singles wie in Deutschland. Mehr als 10 Millionen Deutsche leben zurzeit ohne festen Partner – Tendenz steigend! In Großstädten nähert sich der Anteil von Singles allmählich der 50 Prozent-Marke.

„Freiwillige Singles“ sind eine kleine Minderheit
Ist doch nicht weiter schlimm, mag man denken. Jede(r) soll eben so leben wie er oder sie will. Nur – die meisten Singles möchten keine Singles sein! So genannte „Freiwillige Singles“ sind eine kleine Minderheit. Die meisten Singles sind mit ihrer Lebenssituation unzufrieden und möchten sie ändern. Das Traurige ist, dass Singles nicht nur eben keinen Partner haben, sondern generell auch unter Einsamkeit leiden, weil sie insgesamt weniger Kontakte haben. Dabei erhöhen – wie wir aus der Forschung nur allzu gut wissen – soziale Kontakte die Chance, einen Partner für eine Liebesbeziehung zu finden, ganz erheblich. Was die ganze Situation noch verschärft ist, dass Singles ein negatives Image haben. Es sind nicht die beruflich Erfolgreichen, die nicht genug Zeit haben, soziale Beziehungen zu pflegen, an welche Leute üblicherweise denken, sondern bei Singles denken viele der Befragten an einen in sich gekehrten, wenig verträglichen Menschen, der mit sich und seinem Leben unzufrieden ist. Das ist das Bild in den Köpfen – aber erfreulicherweise trifft es nicht zu. Im Großen und Ganzen unterscheiden sich Singles in ihrer Persönlichkeit nicht von Leuten mit einer Beziehung. Nichtsdestotrotz bemerken auch Singles die – manchmal – negativen Reaktionen ihrer Umwelt, und leiden darunter.

Nutzen Sie den Monat Mai

Ein Grund mehr, das zu ändern! Aber wie? Mit Ratgebern, wie man das Alleinsein beenden kann, lassen sich Bücherregale füllen. Ein todsicheres Erfolgsrezept gibt es nicht (sonst bräuchten man auch nicht so viele Ratgeber). Einen aktuellen Tipp kann ich all denen, die das Single-Dasein beenden wollen, dennoch geben. Nutzen Sie den Monat Mai! Es steckt nämlich durchaus ein wahrer Kern hinter den Frühlingsgefühlen, die uns jedes Jahr überkommen. In meinen Studien über Beziehungen, die ich nun schon seit Jahren durchführe, frage ich auch meistens, wann die jeweilige Beziehung denn begonnen hat. Ich war anfänglich – ehrlich gesagt – überrascht, als ich festgestellt habe, dass im Mai mehr Beziehungen als in jedem anderen Monat des Jahres begonnen haben. Dafür verantwortlich kann sein, dass nach den langen Wintermonaten, in denen wir uns meist zuhause aufgehalten haben, wir nun mehr ins Freie und damit in die Öffentlichkeit gehen. Und damit erhöhen sich zunächst einmal die Kontaktwahrscheinlichkeit und die Chance, jemanden kennen zu lernen. Dazu kommt, dass die meisten Leuten wegen des beginnenden Frühlings auch besser gelaunt sind. Das begünstigt zusätzlich das Entstehen von Kontakten und damit manchmal auch den Beginn von Liebesbeziehungen. Wenn wir gutgelaunt sind, dann beurteilen wir generell uns bislang Unbekannte positiver, empfinden sie hübscher und stehen ihnen insgesamt auch wohlwollender gegenüber. All dies sind gute Voraussetzungen für den Start einer Beziehung. Probieren Sie es aus!