Risikofaktor für Paare, Chance für Singles

Verkehrte Welt am Valentinstag: Der "Tag der Liebenden" soll ausgerechnet für Beziehungen ein Risikofaktor sein, während Singles sich auf besonders spannende Tage rund um den 14. Februar freuen können!

Mehr als fünfmal erhöht ist das Trennungsrisiko für Paare in der Zeit um den Valentinstag. Das sagen Beziehungsforscher – manche rufen gar den Februar zum heimlichen Trennungsmonat aus. Unvorstellbar für Singles, die mit dem „Tag der Liebenden“ die Sehnsucht nach tiefen Gefühlen verbinden.

Doch gerade die großen Erwartungen an das scheinbar wichtige Liebesereignis sind es, denen angeschlagene Beziehungen zum Opfer fallen. Was des einen Verlust, ist des anderen Gewinn: Singles profitieren nämlich vom „Valentins-Effekt“.

Die Pflicht zur Romantik sät Zweifel

Der Valentinstag nach amerikanischem Vorbild ist in Deutschland zur festen Instanz geworden und setzt sich in jeder Beziehung, ob gewollt oder nicht, einfach selbst auf die Agenda. Zu unklar sind die Erwartungen des Partners, oft sogar dem Partner selbst. Wurde zuvor das Event noch nüchtern abgelehnt, lassen sich am „V-Day“ Gefühle nicht mehr so einfach rationalisieren. Aus „Du brauchst mir keine Blumen schenken, nur weil das alle tun.“ wird schnell ein „Hätte es denn so viel Mühe gemacht, doch noch auf dem Weg einen kleinen Strauß zu besorgen?“

Mitmachen ist auch keine Lösung

Doch auch die vermeintliche Lösung, das Mitmachen bei der allgemeinen Valentins-Euphorie, ist keine. Denn selbst wohlüberlegte Geschenke und kreative Liebesbekundungen säen Zweifel. Sogar echte Gefühle wirken unter Termindruck vorgetragen künstlich und unehrlich. Professor Manfred Hassebrauck, Beziehungsforscher an der Bergischen Universität Wuppertal, hat eine Erklärung: „Das liegt daran, dass Geschenke oder Einladungen zum Valentinstag nichts über die wahren Absichten und die Größe der Liebe aussagen. Die Frage des Schenkens aus freien Stücken lässt sich an einem solchen Tag schwer klären. Deswegen ist es nicht einfach, am vermeintlichen ‚Tag der Liebe‘ etwas richtig zu machen und die ohnehin hohen Erwartungen zu erfüllen oder gar zu übertreffen.“

Gefährlich ist der Vergleich mit anderen Paaren

„Die Kirschen in Nachbars Garten scheinen immer süßer als die eigenen“, diese Sprichwort bewahrheitet sich auch beim Valentinstag. Wie die Hühner auf der Stange absolvieren viele Paare ihre Candle-Light-Dinner in ausgebuchten Restaurants oder verbringen den Abend „wie immer“ auf der Couch. Der Valentinstag wird zur weiteren Hürde, die eine bereits kriselnde Beziehung nehmen muss. Der Blick zum Nachbartisch im Restaurant oder die Fantasien über die glücklichen Paare, die einen besseren Valentinstag zelebrieren, verlocken zu Vergleichen und schüren die Unzufriedenheit über die eigene Partnerschaft. Mit der Vorstellung, dass eine Beziehung mit einem anderen Partner viel besser laufen würde, steigt die Trennungsbereitschaft.

Der „Valentins-Effekt“: Für Singles eine Chance

Genau die gegenteilige Wirkung haben die Omnipräsenz der „idealisierten Liebe“ und der allgemeine Druck, den der Valentinstag erzeugt, auf Singles. Der Wunsch nach einer intakten Beziehung wird von den dekorierten Schaufenstern der Blumenläden und der Internetwerbung für Pärchen-Wellness-Specials verstärkt. Bindungswillige machen „Nägel mit Köpfen“. Rund um den 14. Februar wird zunehmend aktiver geflirtet – vor allem im Internet. Bei LoveScout24 wird in dieser Zeit besonders viel gesucht und gechattet. Genauso können sich Singles im Nachtleben und bei Outdoor-Aktivitäten über mehr Flirtangebote und positive Rückmeldungen freuen. Hier zählt vor allem die richtige Einstellung – glückliche und entspannte Singles dürfen sich besonders hohe Chancen ausrechnen.