So vermeiden Sie Konflikte mit Ihrem Partner während der Selbstisolation

Mit diesen praktischen Tipps überstehen Sie die Zeit mit Ihrem Partner in der Krise. Wichtig sind Kommunikation, Gemeinsamkeiten - und Raum für Eigenes.

Praktische Tipps, wie Sie Signale von Anspannung erkennen und wie Sie in diesem Fall am besten reagieren.

Rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche mit Ihrem Lebensgefährten (und vielleicht auch mit Ihren Kindern) Zuhause festzusitzen: Das klingt nach einem Rezept für eine hausgemachte Katastrophe. Große Auseinandersetzungen auf engem Raum gestalten die Zeit der sozialen Isolation wahrscheinlich noch schwieriger. Versuchen Sie also, die Anzeichen für einen Streit zu erkennen und diese im Voraus zu entschärfen. Achten Sie darauf, wie Sie sich fühlen: Sind Sie angespannt oder ängstlich? Ist Ihr Partner distanziert, kurz angebunden – oder scheint er alles, was Sie sagen, falsch aufzufassen?

Gemeinsam unternehmen, kann man auch zuhause etwas

Tipp 1: Ordnen Sie die Situation richtig ein!

Sehen Sie diese neue spannungsgeladene Situation nicht als Anzeichen dafür, dass Ihre Beziehung nicht funktioniert. Momentan sind viele Menschen mit Unsicherheiten hinsichtlich ihrer Finanzen und Familie konfrontiert. Versuchen Sie, sowohl Ihrem Partner als auch Ihnen etwas Spielraum zu geben, wenn Situationen angespannt wirken. Betrachten Sie die Zeit, bis sich alle an den neuen Status quo gewöhnt haben, als eine Art Anpassungs-Phase. Falls es sich vermeiden lässt: Treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen hinsichtlich Ihrer Beziehung bis sich die Dinge wieder etwas beruhigt haben.

Tipp 2: Schaffen Sie sich Freiräume!

Das kann in der jetzigen Situation wie eine echte Herausforderung erscheinen. Wenn möglich, arbeiten Sie in unterschiedlichen Räumen oder übernehmen Sie Projekte in verschiedenen Bereichen Ihres Hauses. Ist dies nicht möglich, können Sie Ihren Schreibtisch zum Fenster hin ausrichten und Ihre Kopfhörer aufsetzen, um etwas Freiraum zu schaffen. Sie können Ihre täglichen Arbeiten auch alleine durchführen, um eine Auszeit zu erhalten, in der Sie die Möglichkeit haben, Ihre Gedanken zu verarbeiten.

Tipp 3: Gemeinsame Aktivitäten

Unternehmen Sie gemeinsame Aktivitäten, die Ihr Gefühl der Verbundenheit stärken ohne tiefgreifende Diskussionen führen zu müssen. Das kann etwas Banales sein wie das Aussortieren der Schränke oder etwas, das mehr Spaß macht: zum Beispiel gemeinsam ein Puzzle zu legen oder ein wenig Yoga zu praktizieren.

Tipp 4: Kommunizieren Sie richtig!

Unterstellen Sie Ihrem Partner nie, dass er faul, gleichgültig oder Ähnliches ist. Weisen Sie ihn lieber auf Handlungen hin, die bei Ihnen negative Gefühle hervorgerufen haben. Anstatt ihm vorzuwerfen „Warum bist du so faul?“ könnten Sie zum Beispiel sagen: „Wenn ich merke, dass das Geschirr nicht gespült wurde, bin ich frustriert, weil…“ So lenken Sie das Gespräch über eine Handlung, die Sie beobachtet haben, auf sich.

Was Sie tun können, wenn Sie mit Ihrem Partner während der Selbstisolation streiten: Sollten Sie sich aussprechen, eine Verschnaufpause einlegen, einen Spaziergang machen oder doch etwas anderes?

Vermeiden Sie, auf dem Höhepunkt Ihrer Emotionen eine Diskussion darüber zu führen, was Sie beide verärgert. Der erste Schritt zur Lösung eines Streitfalls besteht darin, dass Sie sich beide so weit beruhigen, bis Sie miteinander kooperieren wollen. Machen Sie einen Spaziergang oder rufen Sie einen Freund an, der Ihnen dabei hilft, Ihr Zen zurückzugewinnen. Denken Sie daran: Es ist in Ordnung, für alles nicht sofort eine Lösung zu haben. Manchmal kann es tröstlich sein, den Partner zu umarmen und ihn einfach wissen zu lassen: „Ich weiß, dass wir uns gerade nerven, aber ich liebe dich wirklich…“, bevor Sie die Einzelheiten Ihres Streits geklärt haben. Wenn Sie darüber sprechen, achten Sie darauf, Ihrem Partner das Gefühl zu geben, dass Sie ihm wirklich zuhören. Manchmal brauchen Menschen nicht sofort eine Lösung, aber sie möchten die Gewissheit haben, dass sie ihre Gefühle ausdrücken können. Wenn Sie Ihre Gefühle zum Ausdruck bringen, achten Sie darauf, Ihren Partner nicht mit „Du bist…“-Sätzen zu brandmarken. Ersetzen Sie diese durch Formulierungen wie „Ich denke“ oder „Ich fühle“, weil diese viel weniger nach einer Schuldzuweisung klingen.

Sie bereuen es, mit Ihrem Partner für die Zeit der Selbstisolation zusammengezogen zu sein: Gibt es etwas, dass Sie jetzt tun können?

Wenn Sie es bereuen, die Selbstisolation mit Ihrem Partner zu verbringen, denken Sie an folgendes: Jeder Mensch braucht etwas Zeit, bis er sich an eine neue Lebensweise gewöhnt hat. Versuchen Sie im ersten Schritt, sich mehr persönliche Freiräume zu verschaffen und arbeiten Sie an Ihren Erwartungen. Die Isolation mit Ihrem Partner mag vor ein paar Wochen noch romantisch geklungen haben, aber es ist in Ordnung, wenn die Realität banal oder manchmal auch frustrierend ist. Beziehungen bauen oft auf Ihrer Fähigkeit auf, immer wieder an einen Tisch zurückzukehren und erfolgreich zu kommunizieren, wenn die Zeiten schwierig werden. Wenn Ihre Beziehung in irgendeiner Weise toxisch geworden ist, sollten Sie natürlich aussteigen. Geht es jedoch eher um ein paar Streitigkeiten, könnte dies eine gute Gelegenheit für Sie sein, mehr übereinander zu erfahren.

Ihre Unterschiedlichkeit zu akzeptieren ist ebenfalls entscheidend und oft genauso wertvoll wie der Versuch, Ihre Bedürfnisse zu vermitteln. Mein Rat lautet: Versuchen Sie, die Wogen zu glätten, durchzuatmen und sich daran zu erinnern, dass wir alle unterschiedliche Qualitäten haben – und das ist auch gut so!