Die 10 besten Liebesfilme

"Es wird nach einem happy end, im Film jewöhnlich abjeblendt …" Was Kurt Tucholsky im Jahr 1930 hier in echtem Berlinerisch beschreibt, ist natürlich ein Liebesfilm. Uns interessiert allerdings, was vorm Happy End passiert ist ... Wir stellen die zehn besten Liebesfilme der letzten 100 Jahre vor.

„Es wird nach einem happy end, im Film jewöhnlich abjeblendt. Man sieht bloß noch in ihre Lippen, den Helden seinen Schnurrbart stippen …“ Was der Dichter Kurt Tucholsky im Jahr 1930 hier in echtem Berlinerisch beschreibt, ist natürlich ein Liebesfilm. Uns interessiert allerdings, was vorm Happy End passiert ist.

Wir stellen die zehn besten Liebesfilme der letzten 100 Jahre vor. Für jedes Jahrzehnt unser persönlicher Liebesfilm-Favorit … und Action!

Die Zehnerjahre: Back to God’s Country (1919)

Abenteuerfilm meets Liebesschnulze: In dem US-amerikanischen Stummfilm, der in der Arktis spielt, erlebt der Zuschauer Mord und Totschlag, aber auch ein romantisches Liebes-Happy-End. Die Rolle der attraktiven Dolores, deren Vater von einem Schiffskapitän umgebracht wird und auch ihren Ehemann um die Ecke bringen will, spielt die damals populäre Schauspielerin Nell Shipman – eine der Pionierinnen des nordamerikanischen Stummfilm-Kinos.

Die Zwanzigerjahre: Asphalt (1929)

Der junge Polizeiwachtmeister Albert Holk (Gustav Fröhlich) erliegt in diesem deutschen Stummfilm den Verführungskünsten der attraktiven Ladendiebin und raffinierten Halbweltdame Else Kramer (Betty Amann). Gedreht wurde der Streifen in den Babelsberger Filmstudios von Regisseur Joe May. „Asphalt“ ist nicht nur ein Liebesfilm mit Happy end, sondern daneben auch ein „intelligent gemachtes Sozialstück“, wie Filmkritiker damals und heute loben.

Die Dreißigerjahre: Vom Winde verweht (1939)

13 Oscar-Nominierungen, davon acht gewonnen plus zwei Ehren-Oscars: „Gone with the Wind“, so der Original-Titel, ist einer der erfolgreichsten Liebesfilme aller Zeiten. Rekordverdächtig ist auch die Länge. Fast vier Stunden dauert der Film. Die Story: Vor dem Hintergrund des US-amerikanischen Bürgerkrieges verliebt sich Scarlett O’Hara (Vivien Leigh), die Tochter eines Plantagenbesitzers, – leider unglücklich – in den umtriebigen Rhett Butler (Clark Gable).

Die Vierzigerjahre: Casablanca (1942)

„Schau mir in die Augen, Kleines!“ Das wohl bekannteste Filmzitat aller Zeiten kommt im Liebesfilm-Klassiker „Casablanca“ vor. Das Drama spielt während des Zweiten Weltkrieges in Marokko. Humphrey Bogart, der als Barbesitzer Rick Blaine Europäern zur Flucht verhilft, haucht es seiner Filmkollegin Ingrid Bergman alias Ilsa Lund ins Ohr – seine Ex-Geliebte, die er noch nicht vergessen hat und die nun mit einem Widerstandskämpfer verbandelt ist.

Die Fünfzigerjahre: Ein Herz und eine Krone (1953)

Kronprinzessin Ann (Audrey Hepburn) pfeift aufs steife Protokoll, büxt aus und entdeckt die Stadt Rom auf eigene (königliche) Faust. Natürlich inkognito. Dabei wird sie zufällig vom smarten Zeitungsreporter Joe Bradley (Gregory Peck) erkannt, der auf die Boulevard-Story seines Lebens hofft … Was zunächst kitschig klingt, entpuppt sich als romantische Liebesgeschichte, die auch ohne Heirat am Ende zu Recht Oscar-prämiert wurde.

Die Sechzigerjahre: Die Reifeprüfung (1967)

Kennen Sie den Song „Mrs. Robinson“ von Simon & Garfunkel? Besungene Mrs. Robinson (Ann Bancroft) gibt es wirklich. Wenn auch nur im US-amerikanischen Liebesfilm „Die Reifeprüfung“, im Original „The Graduate“. Dort verführt sie den jungen Studenten Benjamin Braddock (Dustin Hoffman). Letztlich verliebt er sich aber in deren Tochter Elaine (Katharine Ross). Gutes Hollywood-Kino, das verstaubte und konservativ-prüde Rollenbilder in Frage stellt.

Die Siebzigerjahre: Love Story (1970)

Taschentücher sind Pflicht beim herzergreifenden Liebesdrama „Love Story“: Hier trifft der gut situierte College-Student Oliver Barrett (Ryan O’Neal) auf Jennifer Cavalleri (Ali MacGraw), Tochter einer italienischen Einwanderfamilie. Upperclass vs. Arbeiterklasse. Beide Familien sind nicht amused, als Oliver und Jenny entscheiden, zu heiraten. Erst läuft alles gut. Doch dann wird bei Jenny eine Blutkrankheit diagnostiziert. Sie ahnen, was jetzt kommt …

Die Achtzigerjahre: Dirty Dancing (1987)

Nicht nur der Film auch der Soundtrack zum Klassiker „Dirty Dancing“ schlägt damals alle Rekorde. Fast 50 Millionen verkaufte Tonträger sprechen eine eindeutige Sprache. Auf dem ist sogar der männliche Hauptdarsteller Patrick Swayze – im Film ist er der Tanzlehrer Johnny Castle – mit „She’s like the Wind“ zu hören. An seiner Seite, oder besser: in seinen Armen, Jennifer Grey in der Rolle der 17-jährigen Frances „Baby“ Houseman, die ihre Leidenschaft fürs Tanzen entdeckt.

Die Neunzigerjahre: Titanic (1997)

1912 geht der Luxus-Kahn „Titanic“ unter. 85 Jahre später bastelt Regisseur James Cameron einen Leinwandklassiker, der nicht nur das Schiffsunglück, sondern vor allem die fiktive Liebesgeschichte zwischen dem Künstler Jack Dawson (Leonardo DiCaprio) und der Upperclass-Biene Rose DeWitt Bukater (Kate Winslet) bombastisch bebildert. Der Titelsong „My Heart will go on“ – mit seinen ebenso bombastischen Verkaufszahlen – steht dem in nichts nach.

Die Nullerjahre: Tatsächlich Liebe (2003)

Nicht nur eine, sondern gleich zehn – kongenial ineinander verwobene – Liebesgeschichten darf der Zuschauer in „Tatsächlich Liebe“, im Original „Love Actually“, miterleben. Und zudem ein wahres Staraufgebot an Schauspielern: Hugh Grant, Emma Thompson, Colin Firth, Keira Knightley – um nur einige zu nennen. Wer den Film noch nicht kennt, sollte ihn sich in der Weihnachtszeit anschauen. Hier spielt die Story, in dem einige Träume wahr werden und einige wie Seifenblasen zerplatzen.

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