Braucht man Kinder zum Glücklichsein?

Stars im Babyboom: Immer mehr weibliche Promis freuen sich zurzeit auf Nachwuchs. Damit liegen sie ausnahmsweise nicht im Trend: Denn für viele Menschen sind Kinder keine Voraussetzung mehr für ein erfülltes Leben. Und bei Ihnen?

Dicke Bäuche, wohin man auch blickt. Bei den Stars und Sternchen ist der Babyboom ausgebrochen. Ob Reese Witherspoon, Uma Thurman, Sienna Miller, Adriana Lima oder Peaches Geldorf: Immer mehr weibliche Promis präsentieren stolz ihre Babybäuche und freuen sich auf baldigen Nachwuchs. Ob dies daran liegen mag, dass Kinder uns angeblich glücklicher machen?

Glücksforscher behaupten „Nein“, Eltern entgegnen „Doch“. Eine Studie ergab: Für immer mehr Deutsche sind eigene Kinder keine Voraussetzung mehr für ein erfülltes Leben. Wir möchten wissen: Braucht man ein Kind zum perfekten Glück?

Einerseits …

Im Jahr 2010 kamen auf 1.000 Einwohner in Deutschland 8,3 Geburten. Mit diesen Zahlen ist die Bundesrepublik das Schlusslicht in den Geburtenstatistik Europas. Statistisch gesehen bekommt eine deutsche Frau nur noch 1,3 Kinder, viele von ihnen sogar gar keine. Ein Kind als Quelle für Beziehungs- und Lebensglück rückt also immer mehr in den Hintergrund.

So ist mittlerweile nur knapp die Hälfte aller Deutschen davon überzeugt, dass eigene Kinder die Bedingung für wirkliches Glück sind – das ergab eine breit angelegte Studie der „Bild am Sonntag“ in Zusammenarbeit mit dem Bundesfamilienministerium und dem Institut für Demoskopie Allensbach.

Verschiedene Lebensentwürfe

Im Vergleich zu früheren Zeiten ist das Leben mit Kindern nur noch einer von zahlreichen Lebensentwürfen. Bei den meisten Menschen steht eine erfüllte Partnerschaft mittlerweile viel höher im Kurs. Dennoch müssen sich kinderlose Paare oft vorwerfen lassen, nur auf die eigene Selbstverwirklichung bedacht zu sein und etwas Wichtiges in ihrem Leben zu verpassen. Zu Unrecht: Ein Kind ist keine Bedingung für langfristiges Liebes- oder Lebensglück.

Auch Kinderlose sind glücklich

Das belegen auch Studien, die mit Eltern und kinderlosen Paaren durchgeführt wurden. Dabei waren die kinderlosen Paare ähnlich zufrieden wie Eltern. Außerdem trennen sie sich im Vergleich zu Paaren mit Kindern sogar seltener, weil sie ihre Zeit und Kräfte ganz in ihre Karriere, Hobbys und in ihre Liebe zueinander investieren.

Andererseits …

Eigene Kinder sind das Wichtigste und Schönste im Leben. So empfinden es zumindest viele Eltern. Und verstehen nicht, warum es Menschen gibt, die auf dieses Glück verzichten. Dass Kinder glücklich machen, wenn sie erst einmal auf der Welt sind, belegt auch ein weiteres Ergebnis der „Bild am Sonntag“-Studie: Allen Herausforderungen und Entbehrungen des Kinderkriegens und -großziehens zum Trotz bestätigten 92 Prozent der befragten Eltern, dass ihnen ihre Kinder vor allem eines bereiten: Freude.

Kinder schweißen zusammen

Und was ist mit den bösen Zungen, die behaupten, dass Kinder auch wahre Beziehungskiller sein können? Soviel steht fest: Kinderkriegen bedeutet viel Organisation und Stress. Das heißt aber auch: Kinder sind eine gemeinsame Verantwortung, die ein Paar zusammenschweißt. Soziologen sind der Meinung, dass es letztlich niemand bedauern wird, Kinder in die Welt gesetzt zu haben. Interessant dabei ist, dass die Bedeutung des Kinderglücks erst mit dem Alter zunimmt.

Schwierige Entscheidung vor allem für Frauen

Dagegen ergaben verschiedene psychoanalytische Studien, dass besonders kinderlose Karrierefrauen oft unter ihrer Entscheidung gegen das Modell „Vater-Mutter-Kind(er)“ leiden. Sind Kinder letztendlich also doch ein größerer Garant für Zufriedenheit? Kaum eine Entscheidung im Leben hat so große Konsequenzen wie die Entscheidung für oder gegen Nachwuchs.

Die Gründe fürs Kinderkriegen sind vielfältig – aber vor allem eine Bauch- denn eine Kopfentscheidung. Ist der Wunsch nach ihnen nicht groß genug, rücken andere Dinge in den Vordergrund. Glück lässt sich eben in vielen Lebensmodellen finden: ob als Familie oder in einer kinderlosen Zweier-Beziehung.

 

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